Kategorie: Moped

  • #Eifel2025 – Cottbus

    #Eifel2025 – Cottbus

    Heute lasse ich den zickigen Harz für dieses Jahr endgültig hinter mir. Wer mir gebratene Leber anbietet, dem kann ich nur die kälteste aller Schultern zeigen. Auch bei 35°C. Pöh.

    Also schiebe ich die Köfferchen ans Moped und gebe bei bemerkenswert klarem MöpPlay Durchblick als nächstes Ziel Cottbus ein. So weit im Osten des Landes war ich noch nie.

    Von einem Flachlandreporter, der inzwischen vollends ins Blaulichtbusiness rüber gemacht hat, weiß ich ein paar Basics über die Region: dass dort gelegentlich der Wald brennt und dann tagelang aufwändig gelöscht werden muss, dass dort ein neuer Ostsee entstanden ist, der noch fertig volllaufen muss und dass ich mal zu Besuch kommen könnte, ins Gürkchenland zwischen den Fließen. Nein. Nicht Fliesen. Fließen.

    Also fahre ich, erst kurvig, dann immer geradeausser weitestgehend direkt Richtung Osten, bis nahezu an die polnische Grenze. Hier stehen mir die Straßendörfer an den ewig geraden Bundesstraßen Spalier. in der Mitte die Fahrbahn, beidseits die Häuser. In Erdtönen verputzt. Eins neben dem anderen, immer ein paar Meter abseits der Fahrbahn. Davor ein Stück Rasen, ein Auto parkt. Ein Tor hält Fremde fern. Zwischen den Dörfern die riesigen Wälder. In einem der Wälder heute: Ich.

    Das geht so, bis ich nach knapp 5 1/2 Stunden in Fahrt Cottbus erreiche, wo ich geschafft und zufrieden das Motorrad an einem Hotel abstelle, das so gar nicht nach Leber mit Apfelstreifen aussieht.

    Morgen besuche ich die Brandenburger Kollegen an einer länderübergreifend geplanten Großkontrolle an der A13. Wer wollte nicht schon immer mal Urlaub machen, wo andere arbeiten…


  • #Eifel2025 – auf geht’s

    #Eifel2025 – auf geht’s

    Wer aus NRW zu einer Woche Motorradtour aufbricht und den Harz schon kennt, dem bietet sich die Eifel an. Die hat, was Motorradfahrer suchen: Kurven, noch mehr Kurven und sogar belgische Pommes, zumindest wenn man weit genug nach Westen fährt.

    Und weil Thom und ich letztes Jahr gewaltig das Gefühl hatten, fertig zu sein mit dem Harz, aber noch nicht fertig zu sein mit dem Motorradfahren, sollte es dieses Jahr also die Eifel sein. Ein Blick auf die Karte verrät: die Eifel ist räumlich zwischen MV und NRW ein bisschen unfair zu meinen Gunsten verteilt.

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  • #Harz2024 – Mittelbau Dora

    #Harz2024 – Mittelbau Dora

    Es ist heute zu warm für einen Gedenkstättenbesuch. Und die Umleitung dorthin über den Forstweg ist zu offroad für meinen Geschmack. Als uns auf dem Forstweg, den man halbseiden als Umleitung ausgwiesen hat, dann auch noch ein Mann in Grün begegnet, spreche ich ihn gleich an und frage von mir aus kleinlaut, ob wir hier richtig sind. Ich habe nämlich gar keine Lust auf Anschiss vom Förster. Der Mann guckt verdutzt.

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  • #Harz2024 – Das ist kein See

    #Harz2024 – Das ist kein See

    Das ist kein See, das ist ein Teich. Beim Blick auf die Karte muss ich Thom Recht geben. Es ist der Hausherzberger Teich. Der obere, um genau zu sein. Seit Urlaubstag ein steht „Badesee“ auf meiner To-Do- Liste. Heute hake ich das ab, und wenn ich es allein tun muss. Keine Ahnung, ob der Mann, dessen Heimat zu 97% aus Seen besteht, sich mit so einem billigen Teich zufriedengibt.

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  • #Harz2024 – Tattoos in Thale

    #Harz2024 – Tattoos in Thale

     „Enno, ni gleddern!“ pfeift die Mutter ihren Spross an. Dem Dialekt nach stammen sie aus einer Region südwestlich von hier. Offenbar haben sie ähnlich touristische Abitionen wie wir alle hier, die entweder per Gondelbahn oder kurviger Straße den Weg zum gar lustig durchgestylten Hexentanzplatz gefunden haben.  Vorbei an den bunten Streetfoodbuden haben wir uns zwischen den kleinen Ennos und Ihren zum Teil fragwürdig tätowierten Eltern zum Aussichtspunkt durchgekämpft. Hinter dem Streichelzoo wird der Wald zum Spieleparadies. Das Schild, das die Gegend als Naturschutzgebiet ausweist, stammt wohl aus besseren Zeiten. Damals war hier sicher mal Wald. Also: nicht bloß Bäume auf plattgetrampelten Boden. Da gab es hier noch wilde Tiere, nicht bloß Plastikhexen und mittelmäßig erzogene Hunde an pinken Flexileinen. Heute kommt hier nichts näher an die Natur als das teure Schnitzel in der Touristenfalle. 

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  • #Harz2024 – Schnitzel im Grenzland

    #Harz2024 – Schnitzel im Grenzland

    Harz, das sind, na klar, Kurven, strebende Fichten zwischen Hexentanzplatz und Brocken, Harzquerbahn und braune Fachwerkhäuschen, aber Harz ist immer auch Grenzregion. Durchquert man den Harz, kommt man unausweichlich an den großen braunen Hinweistafeln vorbei, die mit dem Text: „Hier waren Deutschland und Europa bis zum 12. November 1989 um 14 Uhr geteilt“ sichtbar machen: dass du hier rumkurvst, ist nicht selbstverständlich sondern das Ergebnis einer inzwischen 35 Jahre zurückliegenden Revolution. Ich selbst bin gerade einmal sechseinhalb Jahre älter als das geeinte Deutschland. Und vielleicht interessiert mich die Geschichte dieser Region gerade deshalb immer wieder. Weil ich verstehen möchte, was die Fernsehbilder im Wohnzimmer meiner Eltern damals für die Menschen bedeutet haben. Und was Teilung und Wiedervereinigung für die Region bis heute bedeuten.  

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  • #Harz2024 – diesmal: sonnig. Gefälligst.

    #Harz2024 – diesmal: sonnig. Gefälligst.

    Der Harz schuldet uns noch eine Woche Sonne, finden Thom und ich. Und beschließen deshalb, der Region, die Deutschland so praktisch zwischen unsere Heimatorte gelegt hat, 2024 eine neue Chance zu geben. Letztes Jahr war es eine Spur zu nass zwischen den sterbenden Fichten.

    Inzwischen liegt eine Woche am östlichen Harzrand hinter uns. In meinem Kopf wirbeln Erinnerungen an kletternde Ennos, einen Badesee, den Thom partout nur Teich nennen möchte, mehrere Schnitzel, sterbende Gastronomie und nachwachsende Wälder wild durcheinander. Keine Ahnung, wie ich das sortieren soll.

    „Schreib doch das, was du kannst… oder lauter wilde Assoziationen“ empfiehlt der Co-Pilot, als ich ihm mein Leid klage, ich hätte noch die gesamte letzte Woche Harz für mein Tagebuch zusammenzufassen. Der Lesbarkeit halber versuche ich, die wilden Assoziationen tageweise in geordnete Bahnen zu lenken.

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  • Hütchen. Hitze. Helmflüche.

    Hütchen. Hitze. Helmflüche.

    Keine Ahnung, was ihr so für bescheuerte Ideen hatte in den letzten Monaten. Einer meiner wildesten Einfälle war jedenfalls, die Komfortzone zu verlassen und an einem Motorrad- Fahrsicherheitstraining teilzunehmen.

    Schuld daran, nein anders: Anlassen dessen war der runde Geburtstag meines geschätzten Co-Piloten. Der nämlich hatte vor einiger Zeit beim Thema Geschenke mal erwähnt, dass es doch einfach sei, Menschen mit klaren Hobbys eine Freude zu machen. Er zum Beispiel spiele ja Gitarre und fahre Motorrad, da hätten doch die Schenkenden immer einen guten Anhaltspunkt. Ein Fahrsicherheitstraining zu Beispiel, das würde er gerne einmal machen.

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  • Wildes Wetter und Walbenachrichtigung

    Wildes Wetter und Walbenachrichtigung

    So richtig alleine unterwegs über mehrere Etappen war ich noch nie. Das ändert sich genau an diesem Wochenende. Und es fällt mir leichter als ich erwartet hätte.

    Nur mit einiger Mühe konnte ich dieses lange Wochenende komplett frei machen, Umso größer ist die Freude, als die Taschen auf dem Motorrad endlich gepackt und die Koffer geschlossen sind. Die Route verspricht weniger Spannung als die Termine. Und das Wetter weniger Freude als ich mir erhofft hätte. Dennoch stimmt die Laune. Die Regenklamotten sind vom Stiefel bis zum Kragen zugezogen und absagen kann ich das alles jetzt so oder so nicht mehr.

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  • Limburg. Lahn. Limes.

    Limburg. Lahn. Limes.

    „Oaaahhhrrr….. Ich kann den Limes nicht mehr sehen!“ Ich klappe den Helm auf und schüttele den Kopf. „Hier waren wir jetzt schon zweimal. Der Limes wurde ausreichend überschritten!“ – wenn wir zurück an der Ferienwohnung sind muss ich die genaue Herkunft des Sprichwortes noch mal googlen. Hier und jetzt jedenfalls bedeutet „den Limes überschreiten“, dass wir uns verfahren haben und immerzu wieder an denselben braunen Schildern vorbei gurken, die uns auf den Verlauf des Limes hinweisen.

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