Wer aus NRW zu einer Woche Motorradtour aufbricht und den Harz schon kennt, dem bietet sich die Eifel an. Die hat, was Motorradfahrer suchen: Kurven, noch mehr Kurven und sogar belgische Pommes, zumindest wenn man weit genug nach Westen fährt.
Und weil Thom und ich letztes Jahr gewaltig das Gefühl hatten, fertig zu sein mit dem Harz, aber noch nicht fertig zu sein mit dem Motorradfahren, sollte es dieses Jahr also die Eifel sein. Ein Blick auf die Karte verrät: die Eifel ist räumlich zwischen MV und NRW ein bisschen unfair zu meinen Gunsten verteilt.
Aber weil ich die bin, die schon eine Woche eher Zeit hat, und weil ich gleichzeitig die bin, die noch nie in Cottbus war, lag doch nichts näher, als die Anreise in die Eifel um einen kleinen Abstecher in Richtung Osten zu verlängern. Oder?! Lag‘s doch nicht?
Also packe ich die Taschen, klemme die Köffcherchen an die Versys und gebe als erstes Zwischenziel ein: jjjjepp: den Harz. Naja. Er dient mir dieses Jahr aber nur zur Durchreise. Wirklich.
Bei bestem Wetter und okayer Laune knatterte ich erstmal schnurgeradeaus über die A44 immer Richtung Osten. Man könnte meinen, das vollgepackte Pony kennt den Weg bereits von zurückliegenden Ausflügen. Vielleicht taten wir uns auch deshalb gehörig schwer, das Moped und ich, auf den ersten Kilometern, die so überhaupt nicht unter uns hindurchziehen wollten. Waren wir nur schlecht eingegroovt in diese Mopedreisesaison? Oder war die Luft schon im dritten Jahr ein bisschen rausser als gedacht? Noch nicht einmal der Blick aufs strahlende neue CarPl… äh… MöpPlay- Display hob die Reiselaune.
In einer Pause bei Coesfeld behob sich zumindest die getrübte Sicht aufs Navi. Halten wir fest: wer die Schutzfolie abzieht erkennt gleich mehr vom Weg. Und wer sich dann noch aufs Einsetzen des Gehörschutzes besinnt, der versteht nicht bloß mehr vom Podcast, sondern findet gleich noch in derselben Tasche der Mopedjacke die längst endgültig verloren geglaubten AirPods. Manchmal bin ich aber auch wirklich erstaunlich verballert.
Sagte ich, ich muss mich noch eingrooven? Da können wir einen Haken dran machen, denke ich… Die ersten Kurven sind auf der Haben- Seite. Und kaum lässt man die doofe Autobahn hinter sich, knöpert sich Gehörschutz ins Ohr, hat glasklaren Displaydurchblick und zwei Brötchen im Bauch, schon macht auch das Fahren Spaß…
Nach gut fünf Stunden in Fahrt parke ich an meinem Hotel für heute Nacht. Die Laune ist top, ich bin wieder angeknipst für diese Art zu reisen und ein bisschen habe ich sogar Lust auf den Harz. Zumindest, bis das abendliche Hotelbuffet zu 90% aus gebratener Leber, Sauerkraut, Pürree und Apfelstreifen besteht. Selbst die Rentnergrüppchen an den Nachbartischen gucken zum Teil irritiert.
Ist ja schon gut, Harz, ich fahre morgen ja schon weiter Richtung Gürkchenland.







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