Urlaub 2026 – «The pömp does not work » Weiter nach #Mâcon

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« Ah, nooon! The pömp does not work, but… » Der Mann an der Kasse zuckt die schmalen Franzosenschultern « … you can buy here! » . Mit den Händen formt er einen Quader vor seiner Brust. „Non, merci, I‘m fine!“ seufze ich in meinem gepflegtesten Frenglisch, während ich schon wieder in Richtung Tür stapfe. Glo sieht schon aus der Ferne, dass ich wohl erfolglos war. An dieser Rastanlage kriegen wir wohl kein AdBlue. Ich habe mindestens zehnmal den kleinen Rüssel in den Bulli gefriemelt und dabei versucht, möglichst wenig dieser fiesen weißen Kristalle abzugrabbeln, die an der Zapfpistole gerne mal festpappen. An der hier ging es sogar.

Glo flitscht mit den letzten, sämigen Tropfen Scheibenwischwasser aus dem Eimer noch ein paar Insekten von der Bullischeibe, dann fahren wir weiter. „Dann nehmen wir eben die nächste Raststätte. Da wird die Pumpe schon gehen…“ Dringend ist die Sache mit dem AdBlue so oder so nicht. Beim ersten Pling im Display bleiben uns noch 2400km Reichweite, bis der Bulli sich weigert, zu starten. Bis nach Mâcon sind es noch 200. Das sollten wir schaffen.

Auf den Maut-Autobahnen durch Doubs, Jura und Saône et Loire wird schon noch an AdBlue zu kommen sein. Immerhin ist hier alle paar Baguettelängen eine Raststätte. Und da sind die Abläufe in den nächsten 90min immer gleich. Ich frage, ob ich hier mal rausfahren soll, Glo stimmt zu. Ich fahre raus, wir suchen die AdBlue- Säule. Wenn wir eine finden, rangiere ich, weil sie natürlich nicht da ist, wo ich hingefahren bin. Dann öffne ich den Tankdeckel, nehme ich den kristallbewachsenen Rüssel, drücke den Hebel… und nichts passiert. Pömp workt not. Also weiter. Am Ende landen wir im Mâconer Gewerbegebiet, ich hantiere unnütz lange mit der Kreditkarte, bevor das AdBlue sich tröpfchenweise durch das von Harnkristallen umwucherte Rohr quetscht. Hinter uns bildet sich eine erstaunliche Schlange von Citroëns, in denen mittelalte Franzosen rauchend auf den Tankvorgang warten. Entweder, weil rauchen hier einfach noch ne Sache ist, oder, weil diese vielen kleinen Citroëns nicht von AdBlue sondern von Rauch angetrieben werden. Oder man Punkte in Flènsbourg bekommt, wenn man in so ner Kiste mal nichtrauchend erwischt wird.

Vollgetankt und hungrig beziehen wir unser AirBnB, das uns in den nächsten drei Tagen als Rückzugsort vor dem wechselhaften Wetter dienen soll. Ab heute ist das also kein Camping- sondern ein Hybridurlaub. Ich hoffe, ihr seht es uns nach.

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