Kategorie: Hund

  • Urlaub 2026 – Pause vom Nichtstun bei Wassy

    Urlaub 2026 – Pause vom Nichtstun bei Wassy

    Ohne Magnet, ohne Yousef und im Regen lassen wir das AirBnB hinter uns. Dem Wetter zu entkommen ist heute mal wieder unsere Mission. Damit die Menschen angesichts der Fotos nachher sagen, dass wir ja Glück hatten mit dem Wetter. Hatten wir dann mal wieder nicht, aber wir hatten einen Brummi und Sprit im Tank und ein Regenradar. Und sind immer rechtzeitig weitergezogen, wenn es möglich war.

    Heute ist es möglich. Wir ziehen weiter nach Wassy. Falls sich jemand fragt, wo das ist: keine Ahnung. Nördlich von Mâcon, da wo das Regenradar eine Lücke hat. Der Platz fühlt sich an wie eine Park-Anlage. Gegenüber eines kleinen Spielplatzes und neben dem gepflegten Sanitär stülpen wir dem Brummi die Regenhaube über und verkriechen uns. Ab und zu zieht Glo mich bei Dizzle ab. Dann geht Hund mit uns eine kleine Runde. Dann sitzen wir wieder. Es passiert so wenig, dass ich noch nicht mal die Kamera aus ihrem Versteck ziehe. Die Gegend ist so herrlich langweilig, dass sie zu filmen zu aufregend wäre. „Hier verläuft man sich nicht hin, hierfür muss man sich entscheiden“ fasst Glo passend zusammen. und dann sitzen wir wieder. Und wischen über die Displays, auf der Suche nach der nächsten Wolkenlücke im Regenradar, die uns den nächsten Stopp verheisst. Und die Abende enden mit der Buskinopremiere des Jahres. Die Bergretter in der BR Doku sind in höchster Not. Wir legen die Füße hoch, bewundern ihre Arbeit und essen unser kleines Apéro, auf das heute nur ein schlichter Nudelsalat folgt. Nudeln. Und Pesto. Genau die Aufregung an Mahlzeit, die uns heute noch zuzumuten ist.

  • Urlaub 2026 – kein Gas am #RocheDeSolutré

    Urlaub 2026 – kein Gas am #RocheDeSolutré

    Klar, so ein AirBnB hat Vorteile, wenn man sich ein paar Tage vor dem Regen verkriechen mag. Es gibt eine Küche, die man nicht draußen auf dem hohen Tisch neben dem kleinen Tisch neben den Klappstühlen aufbauen muss. Es gibt eine Dusche, die man in weniger als einem Tagesritt erreicht und es gibt ein Sofa, auf dem man die Füße hochlegen und im Fernsehen ein bisschen Quatsch gucken kann. Und zwischendurch gibt es Sandwiches.

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  • Urlaub 2026 – «The pömp does not work » Weiter nach #Mâcon

    Urlaub 2026 – «The pömp does not work » Weiter nach #Mâcon

    « Ah, nooon! The pömp does not work, but… » Der Mann an der Kasse zuckt die schmalen Franzosenschultern « … you can buy here! » . Mit den Händen formt er einen Quader vor seiner Brust. „Non, merci, I‘m fine!“ seufze ich in meinem gepflegtesten Frenglisch, während ich schon wieder in Richtung Tür stapfe. Glo sieht schon aus der Ferne, dass ich wohl erfolglos war. An dieser Rastanlage kriegen wir wohl kein AdBlue. Ich habe mindestens zehnmal den kleinen Rüssel in den Bulli gefriemelt und dabei versucht, möglichst wenig dieser fiesen weißen Kristalle abzugrabbeln, die an der Zapfpistole gerne mal festpappen. An der hier ging es sogar.

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  • Urlaub 2026 – Auf gehts! #Oberried

    Urlaub 2026 – Auf gehts! #Oberried

    Dieses Jahr setzt die gepflegte Verwahrlosung erfreulich schnell ein, finden wir. Gleich nach dem Einparken, um genau zu sein. Denn wir beschließen, dass wir heute keinen Tisch mehr brauchen. Also: bis auf den kleinen, auf den wir die Füße legen und den hohen, auf dem wir nachher die Nudeln kochen. Aber essen, das geht super mit Schüssel in der Hand im Klappstuhl hinter dem Bulli. Und auch sonst läuft Urlaubstag eins erstaunlich flüssig. Wir kommen gut durch, auf unserem Weg in den Süden, und ich darf sogar zweimal den Notruf wählen. Einmal, als der dickbäuchige Mann im engen goldenen Jogginganzug mit zwei Überbrückungskabeln winkend an der Ausfahrt Ferntal Hilfsbedürftigkeit vortäuscht, und nochmal wegen des brennenden Mercedes ein paar Hundert Kilometer weiter, wo der Kollege am Telefon schon niedlich nach Schwarzwald klingt.

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  • Aufgerafft #1

    Aufgerafft #1

    Der Hund guckt ins Bad. Denn: der Hund guckt, wann immer ich ein paar Minuten am Waschbecken verbringe, was wir gleich vorhaben. Keine Ahnung, woran er dann festmacht ob ich ohne ihn einkaufen oder mit ihm in den Wald möchte. Er erkennt es jedenfalls zuverlässig und fängt, wenn ich den Alibert zuklappe, entweder freudig an zu wedeln oder er verzieht sich wieder auf einen seiner Liegeplätze.

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  • …und überall Gewässer 5c – Abreise (fast)

    …und überall Gewässer 5c – Abreise (fast)

    Als ich an diesem Morgen wach werde hat die Sonne das Dachbett des Brummis schon so sehr aufgeheizt, dass ich hektisch den Schlafsack abstreife und die Reißverschlüsse des Stoffbalgs öffne. Dass die Temperatur schlagartig sinkt führt dazu, dass ich mich nun sehr schwer zum Aufstehen aufraffen kann. Hier oben, im Dachbett, ist die Welt noch in Ordnung. Ich muss nichts tun, nichts auf- oder wegräumen, mich nicht mit kniffelnden Nachbarn, schmutzigem Geschirr von gestern oder der Reiseplanung beschäftigen. Ich kann einfach hier liegen und den Bäumen neben dem Bulli dabei zusehen, wie sie dem böigen Wind die ersten Blätter mitgeben, oder die Drossel beobachten, die zwischen den Blättern im Boden nach Würmern wühlt. 

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  • …und überall Gewässer 5b – SN again

    …und überall Gewässer 5b – SN again

    Eigentlich müsste ich Camping doof finden. Klar, es ist draußen, es gibt immer fadenscheinige Gründe jede Menge mehr oder weniger sinnvolle Technik zu kaufen, es ergeben sich, wenn man will, jeden Tag neue Gassi- Routen und man kann sich auf das Nötigste beschränken. Kein Chichi, nur der Gaskocher, ein Spiegelei, ein Graubrot und ich.

    Aber dann sind da auch diese vielen Unbekannten, die die Camping- Rechnung zu einer Herausforderung machen für einen Drinnie wie mich, der sich gern in seine Höhle zurückzieht und von fremden Menschen weder belästigt werden noch deren Betriebsabläufe stören möchte. 

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  • …und überall Gewässer 5a – Auf dem Weg nach Schwerin; Gassi ohne Gold und Berg

    …und überall Gewässer 5a – Auf dem Weg nach Schwerin; Gassi ohne Gold und Berg

    Das wars, Plau. Schön war‘s bei dir am See. Unerwartet schön sogar. Ich verlasse den Platz, verursache mit dem Ausdruck der Rechnung einen nie dagewesenen Papierstau im neuen Drucker der Rezeption, werde für meine Wartezeit mit sehr fragwürdigen Dinkelkeksen entschädigt und bin froh, diese trockene Teigfrechheit zurück am Auto mit einigen Litern Wasser runterspülen zu können. Als ich das Navi nach der Fahrzeit befrage entscheide ich, die etwas weitere Route zu wählen und mit dem Hund unterwegs ausgiebig in den Wald zu verschwinden. Da ich auf meiner Suche nach einem Platz am See von Google auch Goldberg vorgeschlagen bekommen hatte, fällt mir auf, dass ich dort doch, gewissermaßen um für kommende Urlaube schon einmal erkundet zu haben, zum Gassi anhalten könnte.

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  • …und überall Gewässer 4b – Kniffelterror-Uwe

    „Das is doch alles scheiße hier… weiße wat: ich streich den Viererpasch!“ schimpft Uwe hinter der Hecke und schiebt die Würfel über den Kunststofftisch. Seine Frau hat vorhin schon das Full House gestrichen, den Kniffel lässt sie noch offen. Vielleicht kommt der ja noch.

    Die Familie hinter der Hecke, von der ich nur Uwe namentlich kenne, kniffelt seit gut einer Stunde. Mit einem Glas. Auf einem Kunststofftisch. An diesem wirklich lauen Abend, der Campingplatz liegt ruhig unter den Buchen, Grillen zirpen, der See plätschert, ist das letzte, was die Campingnachbarschaft brauchen kann, ein kniffelnder Uwe. Inzwischen hat er auch die Große Straße gestrichen. Sein Ältester hat, wenn man seiner Rechnung glauben kann, oben nur 27. Alle lachen. Also: niemand lacht, bis auf die Kniffel- Terror- Parzelle. 

    Alle Nachbarn überlegen, ob es nicht ein Kniffelgesetz gibt, das Dauergekniffel verbietet. Oder ob man vielleicht hingehen und eine Zeitung und einen Würfelbecher bringen sollte. Oder diese ignoranten Idioten einfach anschreien. Das würde vermutlich am ehesten helfen. Uwe ist, nach allem was ich von den Gesprächen durch die Hecke so gehört habe, eher so der Typ, der gleich auch die Chance streicht, wenn es mit der kleinen Straße nichts wird.

    Wäre neben mir nicht die Kniffel- Hölle, ich wäre rundum zufrieden mit diesem Reisabschnitt. Beim Einchecken werde ich freundlich begrüßt und man drückt mir einen Dongle in die Hand, Der öffnet die Tür zum Sanitär und bewacht fünf Euro Duschguthaben. Die gut gepflegte Parzelle ist top ausgeschildert und der Strom gut zu erreichen. Das Sanitär ist immer sauber und die Lage am See eh über jeden Zweifel erhaben.

    Als ich alles nötige aus dem Bulli gezogen habe raffe ich mich sofort auf, das SUP an die Pumpe zu stecken um zügig aus den 36°C Sommerhitze auf bzw in den Plauer See auszuweichen. Der ist, ganz im Gegensatz zu dem eingezäunten Brandenburger Vergleichssee, schön klar und sowohl für Hunde als auch für Menschen sind die Badestellen gut erreichbar und wenig eingezäunt.

    Dann paddele ich ein Stück und beobachte die Gegend. Hinten fahren Segelschüffchen vorbei, und ein paar Sportboote legen den Hebel nach vorn. Es wird geSUPt, gepaddelt, Kinder und Eltern werfen einander vom Badeponton und Hunde holen bis zur Erschöpfung immer und immer wieder ihr Spieli aus dem See. Irgendwann beschließe ich, dass Füße rein halten nicht mehr genügt, lasse mich ins Wasser fallen und stehe so lange bis zum Kinn neben dem Brett, bis meine Finger so schrumpelig sind, dass es schwer wird, mit dem Telefon Fotos zu machen. 

    Der Hund döst, bellt, wenn ich ihn zu nah ran navigiere, die gefährlich schaukelnden Bojen an, die den Badebereich markieren, wedelt Hundekumpels auf anderen SUPs zu und sorgt mit seiner roten Rettungsschwimmer- Schwimmweste für aufsehen. Ich erkläre dann, er sei die fellige Reinkarnation von Mitch Buchannon. Manche lachen dann. Andere lächeln. Und googlen später. Vermutlich. 

    In Seenot gerät zum Glück niemand. Mitch kann auf dem SUP sitzen bleiben und sich wieder so nah ans Ufer schippern lassen, bis ihm das Wasser nur noch bis zur Flauschplautze reicht. Da kühlt er sich, bevor wir zurück zur Parzelle gehen, die Beine ab und fällt dann, wie ich, nach dem Abendessen müde auf seinen Schlafplatz. 

    In den nächsten Tagen erkunden wir Plau, essen Eis in Malchow, ärgern uns über schlecht ausgebaute Radwege und amüsieren uns über Freizeitkapitäne, die es nicht schaffen, ihre sackteure Angeberschüffe während der Brückenöffnungszeit durch die Drehbrücke zu navigieren. Mehrere abgebrochene Anfahrten, zwei lange Kratzer und viele eilige Wenden später, als auch der Brückenwärter mit dem Megaphon keine Idee mehr rüber zu brüllen hat, wie der 100 Jahre alte Möchtegern-Käpt nun das Ruder zu legen hat, geben auch die neugierigsten Beobachter auf. Der Käpten wird einen Lotsen an Bord nehmen oder sein Schüff für immer in Malchow lassen müssen. Schade. 

    Zurück am See kühlen wir unsere sechs Füße und machen auch mal einen Tag gar nichts, wenn das Wetter nicht danach ist. Dann gehen wir nur das nötigste Stück Gassi am See, beobachten Angler, Rehe und komische Vögel und lernen Egbert und seinen Amadeus kennen, von denen ich euch ja schon erzählt habe. 

    Und dann, am letzten Abend, als ich eigentlich bereit bin, hier nur Gutes zu berichten, da entscheiden sich die Nachbarn, dass Kniffel doch eine gute Idee wäre. Und ich vermute, ich bin nicht die Einzige, die ihrem Tagebuch von diesen ignoranten Idioten erzählt. Und ich hoffe von Herzen, dass meine Parzellennachmieter gute Nerven haben mögen. Denn Uwe wird eine Revanche wollen, heute Abend.

    Und während ich das hier schreibe, eine gute Stunde westlich, auf dem nächsten Stellplatz, und während ich an Uwe denke, da starten meine Stellplatznachbarn eine Runde Mensch ärgere dich nicht. Natürlich haben sie keine Würfelunterlage. Ich beschließe, morgen in ihrer Abwesenheit eine auf ihrem Tisch liegen zu lassen. Als ich Glo mein Leid klage und eine Audioaufnahme des Würfelgetöses zum Beweis anhänge beschließt sie prompt einen Filzdeckchenverleih als Pitch bei der Höhle der Löwen. Ganz ehrlich: ich bin bereit, im großen Stil zu investieren. 

  • …und überall Gewässer 4a – „Egbert, tu was!“

    …und überall Gewässer 4a – „Egbert, tu was!“

    „Beißt der?“ will die Frau mit dem hässlichen Mops an der Leine wissen, als sie zu uns an die abgelegene Bastelle kommt. „Ich hoffe nicht!“ antworte ich. Trulla ist verwirrt. „Der beißt nicht, wenn Ihrer sich wie ein Hund benimmt!“ zucke ich mit den Schulter, weil ich schon ahne, dass Ivo mit der nicht funktionierenden Körpersprache des Mopses nichts anfangen kann. Wie man einem Hund in Jahrzehnten der Zucht alle notwendigen Kommunikationsmöglichkeiten konsequent wegnehmen kann und dass das überhaupt erlaubt ist, ist mir ein Rätsel. Trulla leint ihren Amadeus ab und der nutzt die Chance, hörbar schnaufend auf Ivo zu zu wetzen. Klar, dass der kleine Bademeister mit dem röchelnden Klops nichts zu tun haben will und gleich mal einen Anschiss verteilt, dass man sich mit nicht sichtbarer Rute und drohendem Schnaufen nicht zu nähern hat.

    „Ich wusste doch, dass sowas passiert!“ zetert Frauchen in Sorge um ihre teure Gartendeko. „Der wird immer gebissen. Dabei macht er gar nichts!“ Vorsichtig versuche ich Amadeus‘ Körpersprachenproblem anzudeuten ohne der Mopsbesitzerin zu sehr auf den Schlips zu treten. Sie versteht nichts. Den Hunden wende ich inzwischen den Rücken zu. Ivo schnüffelt schon weiter an irgendeinem Grashalm und hat weder Lust noch Zeit, irgendwelche dahergelaufenen dicken Mopse zu verhauen. Amadeus allerdings schnauft ihm immer wieder von hinten ins Ohr und wird noch einmal, relativ deutlich, auf sein Fehlverhalten hingewiesen, bevor in aller Ruhe weiter im Gemüse geschnüffelt werden kann.

    Frauchen kriegt Schiss. „Egbert! Geh da jetzt hin!“ weist sie ihren Mann an, sich mit seinen Lederslippern zur Verhinderung weiterer gefährlicher Angriffe schützend zwischen Ivo und ihren armen Amadeus zu werfen. Mops Amadeus, Deko- Artikel von Beruf, versucht derweil, mit den beschränkten Mitteln seiner seltsam über den Rücken gezüchteten Rute und dem röchelnden Atemgeräusch Ivo zu erklären, dass er eigentlich weder droht noch übertriebene Angst hat sondern einfach nur Opfer seiner Zucht ist und friedlich am Grashalm nebenan schnüffeln möchte.

    Ivo ist verwirrt, hält sich das schnaufende Vieh mit einem letzten Scheinangriff vom Flausch, scharrt, um Amadeus zu imponieren und trägt die Rute wie der König der Badestelle so hoch er kann, bevor Slipper- Egbert ebenfalls leicht schnaufend den kurzatmigen Amadeus eingesammelt hat.

    Nach einem kurzen Smalltalk – Frauchen vermutet ich hätte Ivo ein Teletakt- Elektrohalsband angetan, um mögliche Beißattacken zu kontrollieren, ziehen sich Frauchen, Egbert und der etwas verwirrte Amadeus auf ihr millionenschweres Seegrundstück zurück.

    Und irgendwie weiß ich mal wieder nicht, wer mir nach so einer Begegnung am meisten leid tut.

    Außerdem bin ich froh, zufällig Glo als Zeugin der Szene am Telefon gehabt zu haben. Besonders die Sache mit den Namen hätte mir doch sonst wieder niemand geglaubt.