Urlaub 2026 – Auf gehts! #Oberried

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Dieses Jahr setzt die gepflegte Verwahrlosung erfreulich schnell ein, finden wir. Gleich nach dem Einparken, um genau zu sein. Denn wir beschließen, dass wir heute keinen Tisch mehr brauchen. Also: bis auf den kleinen, auf den wir die Füße legen und den hohen, auf dem wir nachher die Nudeln kochen. Aber essen, das geht super mit Schüssel in der Hand im Klappstuhl hinter dem Bulli. Und auch sonst läuft Urlaubstag eins erstaunlich flüssig. Wir kommen gut durch, auf unserem Weg in den Süden, und ich darf sogar zweimal den Notruf wählen. Einmal, als der dickbäuchige Mann im engen goldenen Jogginganzug mit zwei Überbrückungskabeln winkend an der Ausfahrt Ferntal Hilfsbedürftigkeit vortäuscht, und nochmal wegen des brennenden Mercedes ein paar Hundert Kilometer weiter, wo der Kollege am Telefon schon niedlich nach Schwarzwald klingt.

Die Aussicht auf weiteres Blaulicht in Oberried allerdings halten wir für recht unwahrscheinlich. Hier zirpen Grillen, Kinder locken ausgebüxte Ziegen mit selbstgepflückten Löwenzähnen und Gleitschirmflieger pflügen hoch oben mit ihren Motoren den blauen Himmel ein wenig um, während die Bauern hier unten das Gras auf den Hügeln wieder und wieder wenden und lustige Muster in die Aussicht dekorieren. Könnte alles aber auch eine geschickt in unsere Sicht platzierte Eisenbahnplatte sein könnte. H0, vermutlich.

Wir legen die Füße aufs Tischchen, geben uns ein High Five auf die zügige Verwahrlosung und holen dann doch irgendwann an Tag zwei einen Tisch raus, um das erste Mal auf der Reise ein Kartenspiel auszubreiten. Hanabi. Vielleicht geht es ungefähr so, wie wir es machen. Vielleicht haben wir dem Mann bei YouTube auch nur mit einem Ohr zugehört. Egal. Wir haben gewonnen. Und deshalb spielen wir das ab jetzt immer so.

Vor unsere erfolgreiche Hanabi-Runde hat der liebe Gott… oder in unserem Falle der Hund… allerdings auch an Urlaubstag zwei die Gassirunde gesetzt. Die führt steilstens hoch auf die Eisenbahnplatte, zwischen die frisch auf Reihe gezogenen Felder, über eine kleine Brücke am Waldrand unter den Kirschen vorbei, bis die Aussicht über den Campingplatz den Niedlichkeitszenit erreicht. Und dann wieder runter, an Kühen vorbei, von oben beäugt von Greifvögeln einer Größe die macht, dass wir Ivo immer mal raten, er möge bitte nach Kräften versuchen, nicht wie eine Maus auszusehen.

Tag eins und zwei enden früh. Als Glo ihr Bullibett gebaut und ich mein Dachbett erklommen habe, schaffe ich es noch nichtmal mehr, mir einen Podcast anzumachen. Ich ranschele noch ein paar Minuten den Schlafsack zurecht, dann drehe ich mich um und schlafe wie immer im Bulli den gemütlichen Schlaf des verwahrlosenden Campers.

Und ich finde, so kann‘s gerne weitergehen…

Auf gehts in den Urlaub. Diesmal auch als Video

Kommentare

One response to “Urlaub 2026 – Auf gehts! #Oberried”

  1. Avatar von Anette
    Anette

    Schön, dass wir uns an deinen Campingerlebnissen erfreuen können und die Geschichten immer mit einem Lächeln lesen,

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