„Beepeep!“ – mein Handy schließt die Haustür zur Ferienwohnung auf. Ich bin mit dem Auto hier und campe nicht. Diesmal habe ich also die Chance, auch mal das weitere Umland zu erkunden. „Beepeep!“ – das war die Ferienwohnungstür. Ich stelle meine Tasche in die moderne, aber recht seelenlose Bude. Es begrüßen mich eine mannshohe Plastikblume und der Lüfter im Bad bollert dazu. Beides wäre beim Camping wohl nicht passiert. Ich bin verwöhnt.
Ich entscheide, nachts mit Handytaschenlampe ins Bad zu gehen. Dann schweigt der Lüfter. Und Handytaschenlampe – kein Problem – das kenn ich vom Camping.
Am nächsten Morgen kommt mir die Wohnung schon nicht mehr so trist vor. Ich war gestern Abend vielleicht auch ein bisschen zu hangry und geschafft von zwei Stunden Landstraße zwischen Uelzen und Schwerin. Auf der Flucht vor dem Stau bei Hamburg.
Als heute die Wohnung hinter mir beepeept, schiebe ich den E- Scooter zum Auto und mache mich auf den Weg in die Stadt. Einmal muss hier ja jeder Touri schauen, ob das Schloss noch da ist, dessen Welterbestatus macht, dass die seelenlos Ferienwohnung noch mal teurer geworden ist.
Ich beepeepe mit der E-Scooter-Hupe ein paar im Weg rumstehende Fahrradfahrer bei Seite, mache hier und da die üblichen Fotos, murmele: „Frechheit, wie schön das hier alles ist…“ und freue mich über den Blick auf See und Schlosspark.
Dann mache ich mich, mit einem Kleinkünstler und dessen zwei Gitarren im Bulli, auf den Weg nach Mestlin.




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