Heide

Drei Nächte Harz- Camp, da muss man auch mal ehrlich sein, die haben gereicht. Wenn man den Busfahrplan der Linie 803 auswendig weiß, dann ist wohl Zeit, weiter zu ziehen.

Von den borkenkäfergebeutelten Harzer Fichten ging es also für den Brummi und mich (ja, den Hund hatte ich auch an Bord) weiter Richtung Soltau in die Lüneburger Heide. Hier war ein kleiner Zwischenstopp nötig, denn die niedersächsische Coronaschutzverordnung verlangte einen frischen Covid- Test. Demnach ging es mit dem Brummi, gelenkt von einer wahnwitzigen Anzahl von Schildern und Tafeln, durch den Nasenabstrichtestdrivein auf dem Heidepark- Parkplatz. Mein erster Test außerhalb des Jobs. Wir alle haben Stories aus Testzentren gehört, meine Nase und ich waren entsprechen ein bisschen nervös, was sich aber als völlig unbegründet herausstellen sollte. Frisch getestet, kaum weinend und gerade passend vor der Mittagsruhe konnte ich also auf dem nur 800m vom Heidepark entfernten Campingplatz Auf dem Simpel einchecken.

Ich mag das ja, wenn ich beim Check In einen kleinen Überblick über den Platz bekommen. Hier, und das ist leider nicht übertrieben, wurde mir erstmal eingepaukt was alles verboten ist. Alman- Camping Level 1000, Stichwort: Badenkappenpflicht.

Ja, wirklich, hier geht es nur bemützt ins Becken, angeblich weil die Filteranlage sonst den Dienst einstellt. Dabei haben die meisten männnlichen Mitcamper nichts aufm Kopf, was sich noch zu verdecken lohnen könnte. Vielleicht schon alles in dem Filter. Es bleibt ein Rätsel.

Neben diversen Öffnungszeiten, Reservierungspflichten und Abreisegepflogenheiten markiert mir die Dame am Empfang noch in meinem Flyer, wie teuer das Wifi ist. Deutscher wird es dann aber auch nicht mehr.

Ich verbringe drei Tage Fahrrad fahrend zwischen Heide und Park, Pietzmoor und Soltauer Eisdiele und gucke abends erschöpft aber zufrieden Fußball auf dem iPad. Wenn ich einen der sekundengenauen Öffnungsslots des Minimarktes erwische gibt es zum Abend frische Aufbackbrötchen zur Grillwurst. Ansonsten gibt es Bratkartoffeln. Alles andere wäre in dieser Umgebung auch wirklich zu exotisch.

Ich kann dieses Posting leider nicht ohne einen kleinen Verweis auf mein Kühlschrank- Drama beenden. Aus nicht rekonstruierbaren Gründen hat sich der Brummi hier am zweiten Abend dazu entschieden, den Kühlschrank auszuschalten. Selbst nach intensiver nächtlicher Beratung mit meinem Lieblingsbastelbrother Lutz, Austausch der Sicherung und eingehendem Studium der Anleitung (“Gerät kühlt nicht? – Wechseln sie den Kompressor” – Aaaha. Danke…) war hier nichts mehr zu gewinnen. Also knösterte ich erstmal alles mit den noch gefrorenen Akkus in die Kühlbox und beschloss, am nächsten Morgen sehr, sehr viel Käse essen zu müssen.

In einem Anflug nächtlichen Optimismus’ allerdings drückte ich, entnervt und ob des “mal eben unterwegs” kaum zu behebenden Defektes noch ein letztes Mal den Schalter. Vielleicht ging es ja einfach wieder.

Was soll ich sagen: Es ging einfach wieder. Camperglück muss man haben.

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