Ein Ausflug, ein Ausflug!

Es ist Mitte Januar. Während einige von euch sich gerade krampfhaft an den guten Vorsätzen festzuklammern versuchen, um sie wenigstens in den Februar zu retten, habe ich Themen wie „weniger online Shopping“ und „mehr Sport“ gar nicht erst zum Vorsatz hochstilisiert. Ich verbuche sowas wie gewohnt unter „Pahahahaha! Schön wär’s!“ und muss mir demnach, im Misserfolgsfall, keine Ausreden ausdenken. Sehr praktisch.

Eines der Themen, die mir bisher durchzuziehen gelingen, ist, öfter mal die Kamera in die Hand zu nehmen. Die Welt mal wieder durchs Objektiv bestaunen. Mich ran zoomen, an die kleinen Dinge, die trotz Pandemie, Matschwetter und Arscheskälte da sind. Wenn man nur hinsieht.

Gegen das innere: „Ach, nächstes Mal. Handy reicht ja eigentlich auch!“ und die Kameratragefaulheit hilft mir, sich konkret was vorzunehmen, das Gassi zur Fotosafari zu erklären und die technischen Voraussetzungen zu schaffen, die machen, dass zu Fotografieren auch Spaß macht.

Also lade ich die Akkus (jaajaa, zwei sind neu, das Ladegerät auch, die „weniger online Shopping“ Sache ist ins Stocken geraten, bevor sie begann) und schlage die Kamera ins neue Tuch ein (jaajaa, auch neu… und jetzt lasst mich, es ging nicht anders, wirklich) und verabrede mich zur Fotosafari.

Woanders is auch sch…

Ein Ort, der auch im nieseligsten Januar eine gute Figur macht, findet sich im Ruhrgebiet schnell. Schönwetter könn‘ se ja alle.

Der Zufall will, dass im Moment eine Lichtinstallation die Henrichshätte Hattingen bunt beleuchtet, ein anderer will, dass Glo Zeit und ich am Wochenende frei habe. Und als mein Gehirn mir beim Blick aufs Regenradar einreden will, bei Regen reiche doch eigentlich auch das Handy, zwinkert Glo mir zu, dass bei dem Wetter heute die Pfützen sicher tolle Spiegelungen hergeben. Jjjjjepp: Das ist der Spirit, den wir brauchen.

Nichts soll uns diesen Abend vermiesen. Der Regenschauer gleich zu Beginn unserer Runde, die nassen Pfützenfüße, die schlechteste Routenführung seit der Erfindung des Wegweisers, die Muttis, die in der Dunkelheit x-fach ihre entlaufenen Jeremy-Jaspers rufen. Mir egal. Ich spingse durch den Sucher und zoome an ihnen vorbei. Wer nicht auf meinen Foto ist, der war gar nicht da. Schrödingers Jeremy-Jasper.

Erst außen Matsch, dann innen

Nach drei Stunden erreichen wir nass, zufrieden, mit vollen Speichern und leeren Akkus den Brummi. Zur Feier des Tages hätte es Griechisch geben sollen. Bei einem dieser Restaurants, das die fünf Sterne bei Google nicht für „Hatte drei Tage Aufstoßen aber die Portionen hier sind riesig, gerne wieder!“ einheimst. Mit Blick an uns hinab auf die matschigen Schuhe und ohne Apetit auf weiß gedeckte Tische bogen wir also ab auf den Parkplatz des nahen Fastfoodladens. Wir sind aber auch einfach nah am Burgerpatty gebaut.

Gestärkt von Coupon 420, leicht, aber irgendwie auch zufrieden aufstoßend und mit noch immer nasskalten Füßen endete die erste Fotosafari des Jahres also mit fetter Fotobeute todmüde auf dem Sofa.

Danke für den tollen Tag, Glo! Machen wir das jetzt wieder öfter, bitte?

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