Und dann: Pommes

„Du hattest mir doch mal eine Pommesbude empfohlen…“ schreibe ich dem Kumpel aus einer anderen Ecke des Ruhrgebietes, der mir in den letzten zehn Jahren schon verlässlich manchen Schlemmer- Tipp gegeben hat. Er kommt viel rum und kennt sich aus. Noch bevor ich weiter ausführen kann, dass ich leider die Stadt nicht mehr so recht weiß, weil hier die Städte bekanntlich zu einer einzigen Ruhrgebietsgroßstadt zusammenzuwuchern gewöhnt sind, sodass man am Ende manchmal gar nicht so genau weiß, ob man gerade in Essen, oder schon in Duisburg oder Mülheim seine Pommes in die Mayo stippt, antwortet er: „Der Pommesbauer!“. Als gäbe es nur diesen einen Imbiss zwischen Möhnesee und Rhein. Ich gebe zu bedenken, dass ich doch noch gar nicht näher eingegrenzt hätte in welchem Teil des Potts ich eine Frittenempfehlung suche. Der Pott ist schließlich eine riesige Pommeshochburg. Ich muss eine Budenverwechslung ausschließen. „Der Pommesbauer“ wiederholt mein Tippgeber knapp. Dann schiebt er nach: „Ich bin sicher, weil: ich empfehle nur den Pommesbauern.“

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Ein Ausflug, ein Ausflug!

Es ist Mitte Januar. Während einige von euch sich gerade krampfhaft an den guten Vorsätzen festzuklammern versuchen, um sie wenigstens in den Februar zu retten, habe ich Themen wie „weniger online Shopping“ und „mehr Sport“ gar nicht erst zum Vorsatz hochstilisiert. Ich verbuche sowas wie gewohnt unter „Pahahahaha! Schön wär’s!“ und muss mir demnach, im Misserfolgsfall, keine Ausreden ausdenken. Sehr praktisch.

Eines der Themen, die mir bisher durchzuziehen gelingen, ist, öfter mal die Kamera in die Hand zu nehmen. Die Welt mal wieder durchs Objektiv bestaunen. Mich ran zoomen, an die kleinen Dinge, die trotz Pandemie, Matschwetter und Arscheskälte da sind. Wenn man nur hinsieht.

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Ich habe ein Auto gekauft

Ich habe ein Auto gekauft. Es ist weiß und gebraucht. Ein spießiges Pärchen hat es bisher in seiner Garage geparkt, in der Nähe von Regensburg. Es war eins dieser Pärchen mit Neubau und Sichtputz und fancy Hängesessel im Wohnzimmer, mit Blick auf die offene Küche, die man heutzutage hat, als fancy Neubaupärchen.

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Trennungsgerüchte

Von einer Trennung ist die Rede. Nach zwei Jahren soll Schluss sein. Aus. Abschied. Auf einem Parkplatz bei Dülmen werde ich ein letztes Mal die Zuziehhilfe die Schiebetür sanft schließen lassen, die Trittstufe einfahren und als wäre alles wie immer mit einem vernehmbaren: „Uff!“ vom Fahrersitz auf die Straße klettern. Der Brummi und ich, wir werden getrennte Wege fahren.

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80 Millionen Bundestrainer

Wie man uns sieht 

Wir haben einen Beruf, der zu großen Teilen in der Öffentlichkeit stattfindet, sage ich den Anwärtern gern und spreche mit ihnen über unsere Außenwirkung. Unsere Arbeit wird wahrgenommen, und zurecht auch immer wieder öffentlich diskutiert. 

Denn die Regeln, über die wir wachen, haben wir uns als Bürger indirekt über die Politik selbst gegeben. Die Ausstattung, mit der wir einschreiten, haben wir uns indirekt selbst gekauft und unsere konkreten Aufträge, also die Einsätze, in denen wir einschreiten, kommen zum großten Teil unmittelbar von den Menschen, die in unserem Streifenbezirk leben oder hier zum Arbeiten her kommen.

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Welthundetag 2017 – ein Rückblick

01.50 Uhr – die Nacht vor dem ersten Frühdienst der Woche. Ich werde wie immer wach. Mein Körper ist im Nachtdienstrhythmus und findet, um diese Zeit könnte man arbeiten oder etwas essen. Schlafen jedenfalls nicht. Entgegen aller Tipps zum gesunden Schlafen vertrödele ich Zeit am Handy und wälze mich hin und her. Schlechte Laune macht mir das jedenfalls nicht mehr. Dazu war zu absehbar, dass ich auch heute nicht durch schliefe.

02.10 Uhr – ich höre den Hund im Flur ranscheln und leise irgendwas umstoßen. Da ich eh mal muss, beschließe ich nachzusehen, was er anstellt.

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Kommissar Zufall

Kennt ihr das? Ihr kommt an einen Ort und auf einmal verbindet euer Gehirn etwas damit. Das Lied, das im Radio lief, als ihr das letzte Mal hier wart, das Eis, dass ihr gegessen habt, das Gespräch, das ihr mit eurer Begleitung führtet. All sowas ploppt unvermittelt auf, ohne, dass ihr darüber nachgedacht hättet. Zumindest bei mir ist das so.

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Schaalsee, Schwerin, Kübo – Was bleibt

Ich habe die Stufe am Brummi eingefahren und noch mal am Fahrrad gewackelt. Der Strom ist abgezogen, diesmal sind die Schubladen wirklich (!) zu. Ich bin klar zur Abreise. 

Drei Wochen Urlaub liegen hinter mir. 

Als ich Kühlungsborn verlasse und auf die Landstraße fahre, starte ich die Musik-App und drehe das Radio ungewohnt laut. Jan Delay singt „Saxophon“ und ich gröle mit. Schief, aber dafür laut. 

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