#MV2025 – Geocaches

Damals, als ich auf die Schönheit dieser Region aufmerksam wurde, wusste ich mehr über die örtliche Geocaching- Szene als über die heimische. Ich habe zwar über 20 Jahre Fußball im Verein gespielt, bin aber, wenn man ganz ehrlich ist, überhaupt nicht für Vereine oder andere Netzwerke gemacht. Geocachingstammtische haben mich immer abgeschreckt. Menschen, die Autos mit Tracking-Codes bekleben, Coins in Alben herumreichen, mit den Powertrails des Tages prahlen und am Abend 348 Travelbugs discovern spielen schon immer ein anderes Spiel als ich. Und das ist auch vollkommen okay so.

Ich suche Dosen. Im Wald. So habe ich das schon immer am liebsten gemacht. Habe fremde Wälder und ausgefuchste Verstecke erkundet und mit Menschen, die ich mochte, ne gute Zeit gehabt. Bestenfalls haben wir die dreckigen Finger grob gereinigt und uns anschließend bei ner Pommes noch unsere Heldengeschichten erzählt. Wie wir die Spinne verjagt haben, an Station 3, und den künstlichen Pilz dreimal in der Hand gehabt und wieder abgelegt haben bei Stage 7, bevor es endlich klick machte.

Geocaching.com feiert dieses Jahr 25jähriges Jubiläum und ich habe in MV Dosen gefunden, die sind beinahe so alt. In den letzten Tagen habe ich mich bzw. haben wir uns auf den Weg gemacht, zwei dieser 20 Jahre alten Dosen zu warten. Eine musste ich leider ersetzen. Wer auch immer eine zwei Jahrzehnte alte, gehörig lädierte Tupperdose mit angematschtem Logbuch aus dem Wald trägt, obwohl ihn Aufkleber und laminierte Zettel davon abzuhalten versuchen, ist mir schleierhaft. Falls sich jemand Hoffnung gemacht hat, die Dose mache den Weg frei, für eigene Verstecke… nix da: ich war nicht nur im örtlichen Geocaching- Fachmarkt (aka Rewe) um eine neue Dose zu kaufen, sondern habe natürlich auch einen Edding und Gefrierbeutel im Auto, was den Brummi überall und jederzeit zum Cache- Wartungsmobil machen. Nimm dies, Locklockdosendieb.

Die Dose liegt also wieder an dem ihr zugewiesenen Ort. Mögen Peter und Katharina sie die nächsten 20 Jahre bewachen…

Um auch selbst was gesucht zu haben, auf meinem Ausflug, war ich mit dem Geocacher (iR) anschließend im nahen Warnowdurchbruchstal, einen dieser neumodischen LabCaches suchen. Das tolle daran: man muss nichts physisches suchen sondern kann einfach an eine definierte Stelle latschen, eine Frage freischalten und eine Antwort eingeben… wenn man an der definierten Stelle auch ein definiertes Handynetz hat. Ich habe hier nur Warnow. Und Felder. Und ein Durchbruchstal. Und hätte die richtige Antwort eher per Kanu als per LTE losschicken können. Oder sie dem Biber ins Ohr flüstern. Eine schöne Runde war‘s dennoch. Und genau darum geht es ja beim Geocachen, ums Suchen, Finden, und eben oft auch ums Nichtfinden und das Beste draus machen.

Und wenn ich das nächste Mal hier bin, versuche ich endgültig zu durchschauen, wo genau die Warnow hier durch bricht, weshalb sie dazu so ein tiefes Tal ins sonst nur seicht hügelige Land geschlagen hat, und vielleicht habe ich ja dann sogar die Geduld und das Glück, auf eine Bachmuschel, einen Biber oder einen Eisvogel zu treffen.

Die alle soll es hier geben. Sogar noch ein bisschen länger, als es hier Dosen gibt, vermutlich.

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