Pralinen in Brügge

„Ja, passt. Oder: Nee. Passt doch nicht.“ Gut, dass Glo ausgestiegen ist. Ich lege den Rückwärtsgang ein und rangiere weg von der Parkplatzhöhenbeschränkung. Wie hoch der Brummi mit den geschulterten Fahrrädern ist sollte ich demnächst mal messen, um auch ohne Einweiserin sicher zu sein.

Dann laden wir die Fahrräder ab und der Bulli passt problemlos durch die Schranke auf den Bahnhofsparkplatz, den wir erst für die Rückseite der Uni halten. Von hier aus, sagt Komoot, sind wir in vier Minuten am Marktplatz. Dass es vier Minuten reinsten Brügger Fahradweggenusses, samt Tunnel und Fahrradverkehrdurchfahrtzählanlage sind, macht die kurze Etappe gleich noch schöner. 

Wir trödeln ein wenig durch die Altstadt, parken die Fahrräder an einer Fritterie, an der ich gleich noch eine Frikandel und Pommes abstaube, und versorgen uns mit belgischen Pralinen. Die Erste essen wir natürlich sofort und beobachten dabei eine vierköpfige japanische Touristenfamilie, die vor der Konfisserie aufgeregt eine Mischung vermutlicher Schnapspralinen öffnet und sich mit einem erwartungsvollen Grinsen jeweils eines der kleinen Schokokunstwerke in den Mund schiebt. Die Begeisterung der Kinder verfliegt schlagartig als aus der angebissenen Praline des Jungen eine verdächtige Flüssigkeit rinnt, die ihm nicht so recht zu schmecken scheint. Eine Erfahrung, mit der der kleine Junge nicht allein sein dürfte.

Gut, dass ich bei Meeresfrüchten geblieben bin und von schnapsigen Überraschungen verschont bleibe.

Da wir nachher noch nach Hause müssen bleibt es bei einem für Brügges Schönheit viel zu kurzen Abstecher. Glo beschließt sofort, die Stadt in ihre Städte- To-Do-Liste mit aufzunehmen. Mehr als verständlich, denn nicht nur für Menschen, die gern fotografieren ist das hier ein Paradies. 

Vorbei an unzähligen Touristen und Schulklassen gondeln wir, noch immer begeistert von dem fantastische Radwegenetz, zurück zum Parkplatz und denken sogar daran, die Räder erst hinter der Schranke an den Brummi zu knoten. 

Dann gehts zurück in Richtung A4, raus aus Belgien. 

Ein schöner Urlaub war das. Durch die vielen Eindrücke in der kurzen Zeit kam er uns genau wie in der Eifel zuletzt deutlich länger vor, als er schließlich war. Wir sind auf die Klippen bei Dieppe geradelt, haben die Robben in Berck besucht, sind an der Baie de Somme vorbeigefahren, waren in den Dünen bei Cucq, im postapokalypischen Stella Plage, im niedlichen Ostende und haben jetzt auch noch Pralinen gegessen, in Brügge.

Ich darf, wenn ich Glo im Rheinland abesetzt habe, wieder zurück nach Belgien, zum Betriebsausflug. Was dort passiert, wird hier nicht berichtet. Ihr müsst ja auch nicht alles wissen… aber danach lasse ich euch wieder durchs Brummi- Schlüsselloch gucken, wie ich die zweite Urlaubswoche verbringe.

Es könnten der Niederrhein, die Eifel oder Mecklenburg Vorpommern werden. Oder ganz was anderes. Das entscheide ich, wenn Zuhause die Wäsche läuft. Denn wenn ich beim Camping gerade eine Sache lerne, die ich noch nicht so gut kann, dann auch mal spontan zu sein.

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