Ich habe ein Auto gekauft. Es ist weiß und gebraucht. Ein spießiges Pärchen hat es bisher in seiner Garage geparkt, in der Nähe von Regensburg. Es war eins dieser Pärchen mit Neubau und Sichtputz und fancy Hängesessel im Wohnzimmer, mit Blick auf die offene Küche, die man heutzutage hat, als fancy Neubaupärchen.
(mehr …)Autor: aenni.online
-

Trennungsgerüchte
Von einer Trennung ist die Rede. Nach zwei Jahren soll Schluss sein. Aus. Abschied. Auf einem Parkplatz bei Dülmen werde ich ein letztes Mal die Zuziehhilfe die Schiebetür sanft schließen lassen, die Trittstufe einfahren und als wäre alles wie immer mit einem vernehmbaren: „Uff!“ vom Fahrersitz auf die Straße klettern. Der Brummi und ich, wir werden getrennte Wege fahren.
(mehr …) -

80 Millionen Bundestrainer
Wie man uns sieht
Wir haben einen Beruf, der zu großen Teilen in der Öffentlichkeit stattfindet, sage ich den Anwärtern gern und spreche mit ihnen über unsere Außenwirkung. Unsere Arbeit wird wahrgenommen, und zurecht auch immer wieder öffentlich diskutiert.
Denn die Regeln, über die wir wachen, haben wir uns als Bürger indirekt über die Politik selbst gegeben. Die Ausstattung, mit der wir einschreiten, haben wir uns indirekt selbst gekauft und unsere konkreten Aufträge, also die Einsätze, in denen wir einschreiten, kommen zum großten Teil unmittelbar von den Menschen, die in unserem Streifenbezirk leben oder hier zum Arbeiten her kommen.
(mehr …) -
Welthundetag 2017 – ein Rückblick
01.50 Uhr – die Nacht vor dem ersten Frühdienst der Woche. Ich werde wie immer wach. Mein Körper ist im Nachtdienstrhythmus und findet, um diese Zeit könnte man arbeiten oder etwas essen. Schlafen jedenfalls nicht. Entgegen aller Tipps zum gesunden Schlafen vertrödele ich Zeit am Handy und wälze mich hin und her. Schlechte Laune macht mir das jedenfalls nicht mehr. Dazu war zu absehbar, dass ich auch heute nicht durch schliefe.
02.10 Uhr – ich höre den Hund im Flur ranscheln und leise irgendwas umstoßen. Da ich eh mal muss, beschließe ich nachzusehen, was er anstellt.
(mehr …) -

Kommissar Zufall
Kennt ihr das? Ihr kommt an einen Ort und auf einmal verbindet euer Gehirn etwas damit. Das Lied, das im Radio lief, als ihr das letzte Mal hier wart, das Eis, dass ihr gegessen habt, das Gespräch, das ihr mit eurer Begleitung führtet. All sowas ploppt unvermittelt auf, ohne, dass ihr darüber nachgedacht hättet. Zumindest bei mir ist das so.
(mehr …) -

Schaalsee, Schwerin, Kübo – Was bleibt
Ich habe die Stufe am Brummi eingefahren und noch mal am Fahrrad gewackelt. Der Strom ist abgezogen, diesmal sind die Schubladen wirklich (!) zu. Ich bin klar zur Abreise.
Drei Wochen Urlaub liegen hinter mir.
Als ich Kühlungsborn verlasse und auf die Landstraße fahre, starte ich die Musik-App und drehe das Radio ungewohnt laut. Jan Delay singt „Saxophon“ und ich gröle mit. Schief, aber dafür laut.
(mehr …) -

Kübo VI – Fisch ‘n Kitsch
Seit ich auf diesem vermaledeiten Touristenplatz stehe, den man nur zum Strandbesuch für wenige hundert Meter hinter sich lässt, habe ich erstaunlich wenig zu erzählen. Vielleicht ist das auch im Urlaub mal ganz gut, nichts zu erleben, aber es ist ungewohnt. Sehr.
Heute zum Beispiel könnte ich erzählen, dass ich von meinem Vater in vier von fünf Partien Kubb richtiggehend vorgeführt wurde. Die eine Partie, die ich dann noch für mich entschied, gewann ich allerdings zu null. Entweder dem Rentner gingen die Kräfte aus oder er hat mich tatsächlich gewinnen lassen. Ich werde ihn nicht fragen, Teile der Antwort könnten mich verunsichern.
Ansonsten kann ich von Fischbrötchen in Rerik und Fernsicht in Bastorf erzählen. Aber so wahnsinnig spannend ist das nun auch beides nicht. Bis auf die Tatsache vielleicht, dass man hier das Fischbrötchending so weit durchoptimiert hat, dass sogar die Brötchen in Muschelform gebacken werden. Jetzt könnte man vielleicht den Fisch noch in Fischform kneten, aber das kommt dann vielleicht als nächstes.
Seit ich vor drei Tagen hier ankam hat sich das Wetter zu einem ziemlich brauchbaren Spätsommer entwickelt. Die Ostsee, die Sonntag noch wild wogte, hat sich auf ein seicht plätscherndes Ostseemaß eingekriegt. Der fiese Wind ist komplett abgeflaut. Man kann, zum Beispiel um vier Kubb- Niederlagen zu verarbeiten, sehr gut in kurzen Klamotten am Strand sitzen und abends sogar, während der Hund sich von sämtlichen Parzellennachbarn, die ebenfalls am Strand sitzen, durchkraulen lässt, den komplett kitschigen Sonnenuntergang fotografieren.
Dabei kann man dann noch immer dem ebenso kitschigen Sonnenuntergang über dem Schweriner See nachtrauern, den man letztes Jahr dort so liebgewonnen hat. Hier und jetzt, so mit Sand an den Füßen, ist auch schön. Nicht so schön wie mit dem Hund auf dem SUP auf dem See allerdings. Aber ich sollte aufhören zu klagen. Es werden noch Sommer kommen, und Seen, und SUP und Hund – und die Sonne wird wohl zuverlässig auch jeden Abend weiterhin untergehen. Da sollten sich also noch Chancen ergeben,
-

KüBo II – Rentner wegklingeln
Was ich nicht heute alles vorhatte. Den Grill wollte ich grundlegend reinigen, der Brummi und der Hund hätten es auch mal wieder nötig. Die neuen Sitzbezüge wollte richtig ich auf die Vordersitze ziehen, bisher habe ich sie nur übergestülpt. Und einkaufen wollte ich, in dem Supermarkt direkt neben der Rezeption.
Stattdessen war ich mit dem Fahrrad in Bad Doberan. Da fährt “die Molli” hin, eine mit Dampf betriebene Schmalspurbahn, die hier die Rentner, die kein EBike haben, 15 Kilometer von Kühlungsborn nach Bad Doberan kutschiert. Die Rentner, die ein EBike haben und deshalb nicht Schmalspurbahn fahren, haben auf meinem Weg nach Bad Doberan zuverlässig gemacht, was EBike- Rentner so machen. Fahrradwege blockieren, lautes Klingeln überhören und sich in Gruppen auf Kreuzungen treffen, um abzustimmen, welchen Fahrradweg man als nächstes bestreikt.
Entschuldigt meine Rentnerbashinglaune heute. Ich bin verwöhnt von breiten Radwegen, die an ruhigen Dörfern vorbei zu anderen ruhigen Dörfern führen. Der Radweg an der Küste entlang ist eine ganz neue Herausforderung, und ich bin zumindest jetzt gerade nicht bereit, die noch mal anzunehmen.
Das Abenteuer “großer Touristenplatz mit Chichi” nervt mich heute. Und ich muss dringend für die nächsten Tage Pläne schmieden, um den Menschen zu entkommen. Die Optionen “im Brummi einschließen” und “am Strand ein Loch graben” habe ich nach ausreichender Prüfung verworfen. Ich hoffe, mir fallen noch andere Aktivitäten ein. Aber nachdem das ja die letzten Tage schon ganz gut geklappt hat mit den Plänen B bis D habe ich für meine Urlaubszukunft die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Wie ihr seht habe ich die Bahn noch nicht einmal fotografiert und bin damit vermutlich Kühlungsborns einzige Touristin, die das heute nicht gemacht hat. Und das, obwohl die meisten Menschen um mich herum mit großer Sicherheit schonmal eine Dampflok gesehen haben. Die kommen aus ner Zeit, da waren Elektrizität und Diesel noch nicht erfunden.











