Er hätte “mal was provokantes gebastelt” schrieb der Sandmann mir vor ein paar Wochen, und schickte einen Link zu einer Komoot- Tour. Gegen den Uhrzeigersinn sollte die uns um den Schweriner Innen- und Außensee führen, mit einem kleinen Abstecher gen Osten, durchs Gemüse. Zuhause, wo die Wälder deutlich hügeliger und die Trails deshalb kräfte- und akkuzehrender sind, plane ich für eine schöne Runde, auf der ich am Ende nicht zu arg nöle, ungefähr 45- 50 Kilometer ein. Dann ist aber wirklich mein Akku meist einigermaßen leer, und der muss ja, wie der vom Fahrrad auch, nicht bis aufs Letzte ausgequetscht werden. Es soll ja schließlich Spaß machen.
(mehr …)Kategorie: Brummi
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Schwerin III – Stadtrundgang (feat. Theorie III)
“Wenn du in Begleitung von Kollegen bist, bist du direkt noch schnippischer” stellt ein mutiger Schweriner fest, der heute tatsächlich mehrmals Ziel spitzer Bemerkungen wurde, von denen ich im Nachhinein einfach hoffe, dass er mich gebremst hätte, wenn sie ihm zu weit gegangen wären. Denn wie das manchmal so ist, wenn man mit seiner Ruhrgebietskodderschnauze hinaus geht, in die Welt, wenn man zu Frotzeleien neigt und einander dann doch nicht so gut kennt, besteht die Gefahr, Menschen auf den Schlips zu treten, denen man eigentlich nur ein bisschen eine lange Nase machen wollte. Bisher allerdings hat er mir nicht vors Schienbein getreten. Die westfälische große Klappe scheint also hoffentlich mit mecklenburgischem Humor noch gerade so kompatibel zu sein. Solltet ihr also nichts mehr von mir hören wurde ich entweder im See versenkt oder im Schlosspark verscharrt. Da hätten wenigstens die Blumen noch was davon.
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Schwerin II – die Streberin hat heute Sport
Die Apps hatten Recht. Und ich hatte Recht. Der Sonntag ist diesig und das Wetter deshalb leider auch heute wieder das Thema, mit dem ich in den Tag starte. Just als ich das Rollo am Bett beiseite schiebe und den Blick am Fahrradträger vorbei nach draußen wage, nieseln die ersten feinen Regentropfen ans Heckfenster des Brummis. Als hätten sie auf mich gewartet um mir zu sagen: “Du wolltest heute Schweriner Sights seen? Aha. Schmink’s dir ab.”
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Schwerin I – Crivitz, aber warum?
Danke, Schaalsee, hallo Raben Steinfeld und Schwerin
Der morgendliche Blick aus dem Heckfenster, der bisher immer der auf die aktuelle Regenmenge war, macht das Aufstehen heute leichter. Hinter dem Fahrradträger ist der Himmel blau und wie zur Dekoration schieben sich ein paar Wölkchen ins Bild. Dass das morgen schon wieder vorüber sein soll versuche ich auszublenden, schließe die Wetter- App und widme mich dem, was zu tun ist, um weiter zu ziehen.
Ich ziehe den Strom zurück, kurble die Markise ein und latsche einmal um den Brummi. Dann schweift mein Blick an den Schränken und Schubladen entlang. Alles zu. Alles gesichert. Kann losgehen. Ich checke aus und gebe den nächsten Platz ins Navi ein. Mit Zwischenstopp beim Bäcker dürfte ich in einer guten Stunde da sein. Mit dem zweiten Zwischenstopp auf dem ersten Autobahnparkplatz, um die herausgefallene Schubladen neu einzuräumen, dauert es dann zehn Minuten länger. Die ungesicherten Schränke und ich – das wird wohl in diesem Leben nichts mehr.
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Schaalsee III – Grenzhus
“Was bedeutet Grenze für dich” steht als Frage am Durchgang zu dem Raum im Museum “Grenzhus” in Schlagsdorf. Ich muss kurz stehenbleiben und darüber nachdenken. Grenze, das bedeutet für mich auch bei längerer Überlegung wirklich nicht viel. Fremde Sprachen, früher auch fremde Währungen, aber auch Vla, Joppiesauce und das IJsselmeer liegen für mich als Pottkind direkt hinter der Grenze. Grenznähe, das ist für mich ein Vorteil. Der Urlaub ist nah, die Geschäfte haben an Feiertagen auf. Tolle Zoos, Strände und Verwandte finde ich hinter der Grenze. Wenn ich sie mit dem Auto überquere merke ich das nur daran, dass ich den Tempobegrenzer einschalte und mich vor hohen Bußgeldern fürchte.
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Schaalsee II – Mahnmal
Die größte Herausforderung, damit werde ich wohl leider Recht behalten, könnte auf dieser Reise das Wetter werden.
Heute jedenfalls soll es trocken bleiben, auch wenn der Himmel grau und grimmig und finster über dem Brummi hängt und es ständig so aussieht, als müsste man irgendwo Unterschlupf finden, falls es schütten beginnt.
Voller Vertrauen in die Wetter- App packe ich das Fahrrad und den Anhänger und mache den Hund und mich startklar. Schon vor dem Urlaub habe ich auf Komoot eine Runde um den Schaalsee zusammengebastelt. Die gut 45 Kilometer sollten sich entspannt an einem Nachmittag absolvieren lassen, auch wenn der Fifi zwischendurch immer wieder laufen darf und ich das Tempo auf Hundejogging- fähige 8-10km/h reduzieren muss.
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Schaalsee I – Sven
Als ich um 12.30 Uhr im Nieselregen den Schaalsee erreiche, finde ich mein Timing relativ fantastisch, schließlich halten die meisten Plätze zwischen 13 und 15 Uhr Platzruhe. Ich stelle den Brummi prominent neben das Check- In Häuschen, schnappe das Handy mit dem Impfnachweis und latsche auf den Latzhosenmann in dem Schrankenwärterhäuschen zu, der neben mir gerade einem Urlauber aus Duisburg die Schranke öffnet. Duisburg winkt, die Schranke klappt wieder zu und ich… erblicke mit Schrecken das Schild an der Schrankenwärterhäuschentür: “12-14 Uhr: Mittagspause” – Mein Blick fällt auf den Latzhosenmann, der nun seinerseits aus dem Häuscheninnern so frostig auf das Pausenschild starrt, dass mir klar wird: Das werden wir wohl nicht diskutieren.
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Nordostwärts
Es geht wieder los, wieder Richtung Norden, wie letztes Jahr.
Das Packen des Brummis habe ich diesmal ziemlich lange vor mir her geschoben. Einerseits, weil bei dem trüben Wetter keine rechte Urlaubsstimmung aufkommen wollte. Andererseits, weil ich inzwischen wirklich ein bisschen Routine habe und zumindest der Kofferraum noch vom letzten Urlaub ausgestattet ist.
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Uelzen
Heute stehe ich im Uhlenköper Camp Uelzen.
Als ich den Brummi durch die EInfahrt lenke, auf der Suche nach dem obligatorischen Parkplatz zum Check- In, bermerke ich, dass der Brummidiesel gerade in den sonntäglichen Gottesdienst auf der Terrasse knattert. Kinder laufen umher, es wird gesungen und selbstgebastelte Kreuze schmücken die Wiese hinter dem Haupthaus. Alles ein bisschen wie bei den Pfadfindern, nur in teuer, denke ich, und suche (wie passend) erstmal den Weg zum Check- In.
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Lüneburg
Wenn man nicht jede Nacht seiner Reise vorausplant, dann muss man zuweilen Lücken schließen. So ein Tag ist heute. Lüneburg, dachte ich, das passt doch in eine dieser Lücken, und buchte eine Nacht auf dem Campingplatz Rote Schleuse.
Ich will mit offenen Karten spielen: Ich habe keine Schleuse gesehen. Erst recht keine rote. Wer diesen Beitrag für rote-Schleusen-Content angeklickt hat möge schnell weiterziehen, bevor er sich ärgert. Hier jedenfalls geht es gleich um olles Sanitär, ne Spüle am Klo, reiche Nachbarn, einen Schwimmteich und kein Eis in der Stadt.
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