Kategorie: Reisen

  • KüBo II – Rentner wegklingeln

    KüBo II – Rentner wegklingeln

    Was ich nicht heute alles vorhatte. Den Grill wollte ich grundlegend reinigen, der Brummi und der Hund hätten es auch mal wieder nötig. Die neuen Sitzbezüge wollte richtig ich auf die Vordersitze ziehen, bisher habe ich sie nur übergestülpt. Und einkaufen wollte ich, in dem Supermarkt direkt neben der Rezeption. 

    Stattdessen war ich mit dem Fahrrad in Bad Doberan. Da fährt “die Molli” hin, eine mit Dampf betriebene Schmalspurbahn, die hier die Rentner, die kein EBike haben, 15 Kilometer von Kühlungsborn nach Bad Doberan kutschiert. Die Rentner, die ein EBike haben und deshalb nicht Schmalspurbahn fahren, haben auf meinem Weg nach Bad Doberan zuverlässig gemacht, was EBike- Rentner so machen. Fahrradwege blockieren, lautes Klingeln überhören und sich in Gruppen auf Kreuzungen treffen, um abzustimmen, welchen Fahrradweg man als nächstes bestreikt. 

    Entschuldigt meine Rentnerbashinglaune heute. Ich bin verwöhnt von breiten Radwegen, die an ruhigen Dörfern vorbei zu anderen ruhigen Dörfern führen. Der Radweg an der Küste entlang ist eine ganz neue Herausforderung, und ich bin zumindest jetzt gerade nicht bereit, die noch mal anzunehmen. 

    Das Abenteuer “großer Touristenplatz mit Chichi” nervt mich heute. Und ich muss dringend für die nächsten Tage Pläne schmieden, um den Menschen zu entkommen. Die Optionen “im Brummi einschließen” und “am Strand ein Loch graben” habe ich nach ausreichender Prüfung verworfen. Ich hoffe, mir fallen noch andere Aktivitäten ein. Aber nachdem das ja die letzten Tage schon ganz gut geklappt hat mit den Plänen B bis D habe ich für meine Urlaubszukunft die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

    Wie ihr seht habe ich die Bahn noch nicht einmal fotografiert und bin damit vermutlich Kühlungsborns einzige Touristin, die das heute nicht gemacht hat. Und das, obwohl die meisten Menschen um mich herum mit großer Sicherheit schonmal eine Dampflok gesehen haben. Die kommen aus ner Zeit, da waren Elektrizität und Diesel noch nicht erfunden.

  • Kühlungsborn I – Aufbau Kübo West

    Kühlungsborn I – Aufbau Kübo West

    ”Fahren Sie einfach auf die Anreisespur, der Kollege zeigt Ihnen dann den Weg zu Ihrer Parzelle” sagt die freundliche Dame am Check-In des Campingparks Kühlungsborn West, und man hört sofort, dass sie diesen Satz sehr, sehr oft sagt. Also fahre ich wie mir beschieden einfach ran an die Schranke, die Nummernschilderkennung öffnet mir die Pforte und gleich danach nimmt mich ein hausmeisteriger Mann mit einer Art Golf- Cart in Empfang, um mich über den Platz zu Parzelle E047 zu geleiten. “Rückwärts drauf fahren!” ruft er, und verschwindet.

    (mehr …)
  • Schwerin VII – Werkstatt

    Schwerin VII – Werkstatt

    Rien ne va plus – Nichts geht mehr.

    Ich strampele noch bis zur nächsten Bank, dann brauche ich einen Plan B, denke ich und mein Kopf rattert. Seit meiner kleinen Pause am See, mit Brötchen und Hundegassi, geht das Fahrrad nicht mehr an. Ihr lest schon richtig, wir haben 2021, da ist der Satz „Das Fahrrad geht nicht mehr an“ ein genau so normaler Satz wie „der Staubsauger hat mir eine Fehlermeldung geschickt“ oder „der Kühlschrank braucht ein Softwareupdate“. In meinem Fall ist es aber das Fahrrad, was es nicht mehr tut.

    (mehr …)
  • Schwerin VI – zu Besuch (feat. Theorie fertig)

    Schwerin VI – zu Besuch (feat. Theorie fertig)

    Klar könne ich noch drei Nächte bleiben, allerdings müsse ich dann den Stellplatz wechseln, sagt die Frau an der Rezeption, als ich beschließe, erst Sonntag weiterzuziehen. Das Wetter, und ich nerve euch damit die nächsten Tage dann auch nicht länger, wird wohl Mittelmaß bleiben, und ich sehe irgendwie nicht ein, für mittelmäßiges Wetter noch woanders hin zu fahren. 

    (mehr …)
  • Schwerin V –  Fotos am Schloss (feat. Theorie V)

    Schwerin V – Fotos am Schloss (feat. Theorie V)

    Mit zunehmender Dauer des Urlaubs werden die Blogeinträge berechenbarer. Damit, dass jetzt erst ein paar Zeilen zum Wetter folgen, locke ich euch demnach vermutlich nicht hinter der Ofenbank hervor. Aaaapropos Ofenbank – ich hab die Heizung im Brummi angemacht, um diesen Eintrag nicht mit reinholdmessneresk abfrierenden Zehen zu formulieren. Außerdem habe ich die Sturmsicherung der Markise überprüft und dem Hund eine Bleikugel ans Bein gebunden. Damit sollte zum Wetter alles nennenswerte gesagt sein, denke ich.

    (mehr …)
  • Schwerin IV – die blaue Null

    Schwerin IV – die blaue Null

    Er hätte “mal was provokantes gebastelt” schrieb der Sandmann mir vor ein paar Wochen, und schickte einen Link zu einer Komoot- Tour. Gegen den Uhrzeigersinn sollte die uns um den Schweriner Innen- und Außensee führen, mit einem kleinen Abstecher gen Osten, durchs Gemüse. Zuhause, wo die Wälder deutlich hügeliger und die Trails deshalb kräfte- und akkuzehrender sind, plane ich für eine schöne Runde, auf der ich am Ende nicht zu arg nöle, ungefähr 45- 50 Kilometer ein. Dann ist aber wirklich mein Akku meist einigermaßen leer, und der muss ja, wie der vom Fahrrad auch, nicht bis aufs Letzte ausgequetscht werden. Es soll ja schließlich Spaß machen. 

    (mehr …)
  • Schwerin III – Stadtrundgang  (feat. Theorie III)

    Schwerin III – Stadtrundgang (feat. Theorie III)

    “Wenn du in Begleitung von Kollegen bist, bist du direkt noch schnippischer” stellt ein mutiger Schweriner fest, der heute tatsächlich mehrmals Ziel spitzer Bemerkungen wurde, von denen ich im Nachhinein einfach hoffe, dass er mich gebremst hätte, wenn sie ihm zu weit gegangen wären. Denn wie das manchmal so ist, wenn man mit seiner Ruhrgebietskodderschnauze hinaus geht, in die Welt, wenn man zu Frotzeleien neigt und einander dann doch nicht so gut kennt, besteht die Gefahr, Menschen auf den Schlips zu treten, denen man eigentlich nur ein bisschen eine lange Nase machen wollte. Bisher allerdings hat er mir nicht vors Schienbein getreten. Die westfälische große Klappe scheint also hoffentlich mit mecklenburgischem Humor noch gerade so kompatibel zu sein. Solltet ihr also nichts mehr von mir hören wurde ich entweder im See versenkt oder im Schlosspark verscharrt. Da hätten wenigstens die Blumen noch was davon.

    (mehr …)
  • Schwerin II – die Streberin hat heute Sport

    Schwerin II – die Streberin hat heute Sport

    Die Apps hatten Recht. Und ich hatte Recht. Der Sonntag ist diesig und das Wetter deshalb leider auch heute wieder das Thema, mit dem ich in den Tag starte. Just als ich das Rollo am Bett beiseite schiebe und den Blick am Fahrradträger vorbei nach draußen wage, nieseln die ersten feinen Regentropfen ans Heckfenster des Brummis. Als hätten sie auf mich gewartet um mir zu sagen: “Du wolltest heute Schweriner Sights seen? Aha. Schmink’s dir ab.”

    (mehr …)
  • Schwerin I – Crivitz, aber warum?

    Schwerin I – Crivitz, aber warum?

    Danke, Schaalsee, hallo Raben Steinfeld und Schwerin 

    Der morgendliche Blick aus dem Heckfenster, der bisher immer der auf die aktuelle Regenmenge war, macht das Aufstehen heute leichter. Hinter dem Fahrradträger ist der Himmel blau und wie zur Dekoration schieben sich ein paar Wölkchen ins Bild. Dass das morgen schon wieder vorüber sein soll versuche ich auszublenden, schließe die Wetter- App und widme mich dem, was zu tun ist, um weiter zu ziehen.

    Ich ziehe den Strom zurück, kurble die Markise ein und latsche einmal um den Brummi. Dann schweift mein Blick an den Schränken und Schubladen entlang. Alles zu. Alles gesichert. Kann losgehen. Ich checke aus und gebe den nächsten Platz ins Navi ein. Mit Zwischenstopp beim Bäcker dürfte ich in einer guten Stunde da sein. Mit dem zweiten Zwischenstopp auf dem ersten Autobahnparkplatz, um die herausgefallene Schubladen neu einzuräumen, dauert es dann zehn Minuten länger. Die ungesicherten Schränke und ich – das wird wohl in diesem Leben nichts mehr.

    (mehr …)
  • Schaalsee III – Grenzhus

    Schaalsee III – Grenzhus

    “Was bedeutet Grenze für dich” steht als Frage am Durchgang zu dem Raum im Museum “Grenzhus” in Schlagsdorf. Ich muss kurz stehenbleiben und darüber nachdenken. Grenze, das bedeutet für mich auch bei längerer Überlegung wirklich nicht viel. Fremde Sprachen, früher auch fremde Währungen, aber auch Vla, Joppiesauce und das IJsselmeer liegen für mich als Pottkind direkt hinter der Grenze. Grenznähe, das ist für mich ein Vorteil. Der Urlaub ist nah, die Geschäfte haben an Feiertagen auf. Tolle Zoos, Strände und Verwandte finde ich hinter der Grenze. Wenn ich sie mit dem Auto überquere merke ich das nur daran, dass ich den Tempobegrenzer einschalte und mich vor hohen Bußgeldern fürchte. 

    (mehr …)