Kategorie: Wasser

  • #Mopedtour2026 – See. Endlich.

    #Mopedtour2026 – See. Endlich.

    Ach, Mecklenburg. Jetzt hast du uns zwei Wochen lang mit allen Mitteln von oben mit Wasser beworfen und damit erfolgreich verhindert, Dass wir Lust haben, uns selbst in irgendeins deiner Gewässer zu begeben. Und am letzten Tag vor Tinas und Peters Abreise schwenkst du dann von Regen auf Hitze?! Bisschen spät, um ehrlich zu sein. Aber: immerhin. Immerhin konnte Peter noch ein See stechen, von Liegeplatz 36 aus, wie er es seit der Anreise vorhatte. Und immerhin konnte ich mich auf die Wassermatte legen und Mecklenburger Rentnerinnen ein bisschen neidisch machen, die immer mal wieder an mir vorbei schwommen. Aber warum du uns da hast zwei lange Wochen hast drauf warten lassen, das wüsste ich ja schon gern.

    Inzwischen haben wir das Haus geräumt, Peter ist früh losgefahren, den Gewittern entgegen, und Tina und ich haben das Wetter ausgesessen. Und als wir die letzten Sachen raus trugen, um 10:05h, stand das Reinigungsteam schon in den Startlöchern, hatte aber jedes Verständnis, dass wir DIESES Wetter noch im Trockenen abwarten wollten. Danke!

    Tina ist jetzt sicher schon hinter Hamburg, Peter trocknet hoffentlich gerade und ich sitze in der Seewarte und vertreibe mir die Zeit bis zum Einchecken in mein Zimmer für die nächsten zwei Nächte mit euch hier. Und mit der Zeitung und dem Blick auf den See. Und der Hoffnung, dass wir in den nächsten Tagen alle gut durch die Hitze und die Gewitter kommen.

  • #Mopedtour2026 – noch immer Dümmer

    #Mopedtour2026 – noch immer Dümmer

    In einem Dorf wie Dümmer passiert im Urlaub relativ genau das, was man von einem Dorfurlaub in Dümmer erwarten darf. Wenig. Es gibt einen Bäcker, eine Freiwillige Feuerwehr, eine Kita und ein Haus, in das über Jahre Handwerker auf der Walz Arbeitsstunden im Wert von etwa 300.000 Euro gesteckt haben, und das ihnen im Gegenzug als Unterkunft dienen soll. Und es gibt einen See mit Stegen und Badestellen hier und da, der uns aber in den ersten Tagen nur grau und griesgrämig angeguckt und so bedrohlich geschwappt hat, dass wird aus gutem Grund darauf verzichtet haben, das zum Ferienhaus gehörende Ruderboot von Liegeplatz 36 loszumachen um auf einer Insel im See einen bereits gerätselten Geocache zu heben. Außerdem weigert sich Peter so beharrlich, mit sein Kapitänspatent zu zeigen, dass ich langsam befürchte, er hat vielleicht keins.

    Rund um Dümmer waren wir einkaufen, ein wenig Mopedfahren und haben am Ufer des Schweriner Sees das Schloss Willigrad besucht, dass sich allerdings im Moment mit einem Bauzaun und Überwachungskameras wirksam gegen Besucher zur Wehr setzt. Die Kaisertreppe bis zum See haben wir nach halber Hügelhöhe verlassen, einen Blick über den inzwischen in der Sonne funkelnden Schweriner See gewagt und sind dann Peter wieder in Richtung Motorradparkplatz gefolgt. Der konnte zwar noch nicht wissen, dass er am nächsten Stopp eine Currywurst würde essen können, schien aber, der Geschwindigkeit auf dem Weg zum Moped zurück nach zu urteilen, eine innere Ahnung zu verspüren.

    Zwischen Biergarten am Paulsdamm und Biergarten beim Griechen in Mueß lagen ein paar Kurven, die mich nach Mestlin und Tina und Peter nach Boltenhagen führten. Eis und Griechen in Mueß kann ich also von der Urlaubsliste abhaken. Die Mitreisenden waren allerdings vom Ausflug gen Norden so geschafft, dass sie auf den Abstecher zum Griechen lieber verzichteten. Umso besser, dass der Grieche in der Schweriner Einflugschneise liegt, wenn man aus Richtung Mestlin kommt. So konnte ich Tisch (aber nicht Gyros) noch spontan mit einem Schweriner teilen.

    Auf der Liste stehen jetzt noch ein Geocache (vielleicht der auf der einsamen Dümmerseeinsel?!), ein Besuch im Zoo, das Freilichtmuseum, ein Bad im See (das war bisher ohne Neopren wirklich nicht drin) und die nie zu unterschätzende Aktivität, irgendwo runter zu gucken. Der Zoo sollte morgen abzuhaken sein. Alles weitere wird sich auch noch ergeben. Noch hab ich ja ein wenig Zeit.

  • #Mopedtour2026 – Dümmer

    #Mopedtour2026 – Dümmer

    Als wir am Morgen Schwerin verlassen, um nach Dümmer aufs Dorf weiterzuziehen, passiert das Unglaubliche: Ich bin nicht die Letzte, die mit Packen und Aufsatteln fertig ist. Das hätte einerseits daran liegen können, dass ich einfach unfassbar geschickt und effizient packe – Vielleicht ist der Grund aber auch, dass Tina und Peter ihr Auto bis Unterkante Ladeklappe vollpacken müssen, bevor mit Ach und Krach die Türen saugend und schmatzend schließen. Als Tina selbstbewusst darauf hinweist, aber: „wirklich kein‘ Killefitt“ an Bord zu haben verweise ich zwinkernd auf die drei Flaschenkühler, die vier Gewürzmischungen und die elektrische Fliegenklatsche. Argumente, die Tina nicht gelten lässt. Alles nützlich, sagt sie, und knobelt die Tasche mit den Einkäufen für die nächsten vier Wochen hinter die Sitzbank. Das arme kleine Auto…

    Wir gurken, immer skeptisch das Regenradar im Blick, an unserem nächsten und allzu nahen Reisestopp in Dümmer vorbei bis nach Zarrentin am Schalsee, wo wir zwei bis drei heftige Schauer in einem ganz schönen Café aussitzen. Die anderen zwei bis drei Schauer haben wir bereits auf dem Weg nach Zarrentin ausgesessen, aber das lässt sich in dem, was Mecklenburg uns hier dieses Jahr als Sommer verkauft, leider nicht vermeiden.

    Was mir rund um die Schauer durch den Kopf gegangen ist, wie die Frage aufkam, ob Mecklenburgische Landstraßenobstalleen einen Namen haben und wie viele Stadtalarme wir in Zarrentin ausge… ach nee, gehört haben, seht ihr im heutigen Reisevideo. Denkt dran, ich übe noch…

  • #Mopedtour2026 – Wismar

    #Mopedtour2026 – Wismar

    Pommes!“ – antwortet Tina blitzschnell auf Peters Frage, ob es denn wenigstens eine Belohnung gibt, wenn man einen Labcache fertig hat. Er fragt natürlich nicht nach einem Labcache, er fragt, was man bekommt, wenn man „das hier“ fertig hat. Vermutlich meint er mit „das“ aber sowas wie „das sinnlose Gelatsche“ – er sagt es bloß freundlich. Danke dafür an dieser Stelle. Wir arbeiten uns am Wasserdings auf dem Marktplatz vorbei zu einer Kirche, die mir weniger in Erinnerung bleiben wird als die Brücke davor, deren Pfeiler jeweils von einem Bronzeschwein besetzt werden. Wissende Vorbeigehende kraulen, je nach Schweinchenposition, kurz Bauch oder Ohr, ehe sie ihren Weg fortsetzen. Auf der Suche nach der Sage, derentwegen hier Schweinebäuche auf Hochglanz geschubbert werden, stoße ich auf das Baujahr der Brücke. 1994. Entweder ich bin so alt, dass ich schon 11 war, als Sagen entstanden, oder der Schweinebrückensouvenirladenbesitzer schräg gegenüber hat wirklich ein erschreckend gutes Marketing. In jedem Fall hat er 2,50 Euro mehr im Sparschein. Ich habe einen Schweinepridemagneten gekauft.

    Mit zwei Kugeln Eis im Bauch, Schweinemagnet in der Tasche und gelöstem Labcache im Handy gehen wir nach einer netten Runde durch Altstadt und Hafen zum Auto zurück. Die beim Blick aufs Regenradar entstandene Idee, dem Wetter in Richtung Norden auszuweichen, weil Petrus offenbar beschlossen hat, den Schweriner See heute mal ordentlich aufzufüllen, ist absolut aufgegangen.

    Am Abend brausen (bzw. E-Biken) wir dann am Schloss vorbei in Richtung Pommes. Dazu soll es ein Schnitzel werden, in das ein Schweriner Schnitzelbräter zu Peters Zufriedenheit Chorizo und Käse gefüllt hat. Tina und ich entscheiden uns für Burger und Pommes. Die Bedienung entscheidet sich, Tinas zweites Getränk erst zur Rechnung zu servieren und anschließend entscheiden wir uns, noch kurz am Marktplatz vorbei zu brausen, wo ein Sänger sich dazu entschieden hat, sich die Bühne mit einem lebensgroßen Einhorn und einem Hahn zu teilen. Welche abendliche Entscheidung die verrückteste war, bemisst bitte jeder und jede von euch für sich.

    Das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem wir den Rückzug antreten. Am Schloss ist schon die Kitschbeleuchtung an, über dem See verziehen sich die letzten freundlichen Wolken des Tages. Wir setzen uns (warum auch immer) statt aufs Sofa auch heute Abend wieder an den Esstisch der Ferienwohnung, über dem die dimmbare Lampe alle paar Minuten langsam aber stetig eigenständig zu dimmen beginnt. Also: aus geht. Vielleicht ein Zeichen, dass auch wir diesen Tag langsam beenden sollten.

    Gestern übrigens lief der Tag recht ähnlich ab. Allerdings war der Ausflug nach Wismar da ein Ausflug nach Schwerin, anstelle von Schnitzel und der Burger befanden sich auf dem Ferienwohnungstisch die Reste des unsterblichen Nudelsalates und als die Lampe friedlich in den selbstbestimmten Feierabend überging, zockte mich Tina im Schummerlicht mehrfach knapp in Rummikub ab, während wir uns nicht sicher waren, ob Peters Actionfilm nebendran evtl morgen (das ist heute) zu Schlagzeilen á la: „Heftige Explosionen in Ostorf – Rummikubpartie wegen starker Erschütterungen mehrmals unterbrochen. Keine Schweriner unter den Opfern“ führen würde. Ich habe mich nicht getraut, in die Zeitung zu schauen, aber wer auch immer bschlossen hat, dass Actionszenen die etwa 24fache Lautstärke des übrigen Films haben, dem möge fortan das Kopfkissen immer auf beiden Seiten warm und die Ärmelbündchen immer ein wenig feucht sein.

  • #Mopedtour2026 – Dinkel in Schwerin

    #Mopedtour2026 – Dinkel in Schwerin

    Heute: Schwerin. Nachdem gestern auf dem Weg zum Einkaufen nur ein mühsamer Blick aus dem Autofenster in Richtung Schlosspark drin war, wollen wir heute auch das Schloss sehen. Wir, das sind zwei Schweriner Erstbesuchende und ich, die gerade überlegt, wie oft sie schon am See entlang in Richtung Schloss geradelt sein mag. Das Handy weiß es vermutlich. Und ältere Lesende auch. Ich scheitere daran, die Kurzbesuche mitgerechnet, die Schlossblicke an einer Hand abzuzählen. Einmal dachte ich ja, ich sei fertig mit diesem großen Dorf. Aber man muss auch einsehen, wenn man sich getäuscht hat. Hatte ich offenbar damals. Denn auch heute freue ich mich, als zwischen den Bäumen des Schlossparks vor grauem Himmel die goldenen Spitzen erscheinen. Wenn jetzt auch noch die Sonne rauskäme, ich wäre fast ein bisschen sauer, wie hübsch das alles schon wieder ist. Aber dass ich aus irgendwelchen Gründen dieses See-Schloss-Park-Museums-Fuzo-Marstall-Noch-N-See-Waffel-Noch-N-See-Ensemble (Einheimische lesen das bitte laut vor) auch bei Regen nicht hässlich finden kann, hatte ich ja vor Jahren schon hier festgestellt.

    Wir gehen einen Runde an der Schwimmenden Wiese vorbei zum Schloss, haben auch beim Spaziergang drumrum sogar das Glück, trocken zu bleiben und schaffen es mit nur einem kleinen Schauer bis zu einem Café mit Waffeln, die sich zu Peters Erschüttern in der Karte als zucker-und weizenfrei herausstellen. Ist das überhaupt erlaubt? Regen, Dinkel… was noch, Schwerin? Was noch? Auch bei Tina kommt die fluffige Dinkelhaftigkeit des Gebäcks nur begrenzt an. Ich vermute allerdings, wer sich eine Waffel mit Rhabarber bestellt und im Übrigen die fiesen eckigen braunen Klötze aus der Haribo-Colorado-Mischung am liebsten mag, sollte mit Urteilen über den Geschmack von Süßspeisen eher zurückhaltend sein. Aber da mag ich auf Widerspruch stoßen…

    Ich versuche, die Neubesucher auf dem Rückweg zur Ferienwohnung mit einem Blick von Adebors Näs über den Schweriner See wieder auf meine Seite zu bringen. Adebors Näs dürfte, wenn ich nicht ganz falsch liege, sowas wie „Storchenschnabel“ bedeuten. Jedenfalls führt hier, ein ganzes Stück vom Schloss entfernt, ein langer schmaler Holzsteg über moorigen Boden durch hohe Ufergräser ans Wasser und man kann, wenn nicht gerade Sonntag ist und da Menschen sind, eigentlich ganz nett sitzen und gucken. Aber Sitzen und Gucken ist hier heute offenbar nicht gefragt, denn erstens ist Sonntag und hier sind Menschen und zweitens gucken die die Gräser hier nicht nur an sondern konsumieren auch welche, was beim Sitzen und Gucken zu einer gewissen Geruchsbelästigung zum Nachteil der Mitreisenden geführt hätte. Bei der anschließenden Diskussion merke ich an, dass Kiffer im Gegensatz zu Trinkern nach meiner Erfahrung immerhin am Ende des Tags friedlich ihrer Wege ziehen und man, was den Job angeht, erstmal keinen Ärger und mehr oder weniger neuerdings ja auch sonst keine Baustelle mehr hat, kommen wir auf keinen grünen Zweig. Immerhin schaffen wir es aber trotz Adebors Umweg noch trocken in die Ferienwohnung zurück.

    Tina zieht mir beim Monopoly Deal die Millionen aus der Tasche. Ich ergebe mich meinem Schicksal, zahle bis zum Bankrott und tröste mich mit dem Gedanken, gleich eine unvernünftig große Portion Nudelsalat von gestern zu essen.

    Als Peter anschließend versucht, mich argumentativ mit der Qualität einer Netflixserie zu überzeugen gelingt es mir zwar nicht, ihm plausibel zu erklären, dass mit mir keine Folge zu gucken sein wird, ich werde aus dem Thema aber irgendwann an mein iPad entlassen. Wer auch immer schon versucht hat, mit mir zusammen Fiction außerhalb von Comedy und oder einem Tatort zu gucken, wird wissen, dass mein Griff zum iPad für Alle das Beste war. Außerdem hab ich das Ende der Serie, die jetzt gerade in diesem Moment schräg neben mir läuft, schon lange gegoogelt. Die Zeit, das zu gucken könnten die Beiden sich demnach eigentlich sparen. Wartet, ich rufe kurz rüber… „Samma: Wisst ihr eigentlich, was die in der Seniorenresidenz wirklich ge…“ – ah, nee, vielleicht lieber nicht… Wer die braunen Hariboklötze mag, dem ist schließlich alles zuzutrauen…

  • #Urlaub2026 – Endspurt

    #Urlaub2026 – Endspurt

    Die aufmerksame Leserin hat schon längst bemerkt, dass ich hintenraus nachlässig geworden bin, was die Dokumentation des Frankreichurlaubs anging. Nicht aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit. Es war die Faulheit, die mich abhielt, euch zu berichten, von den letzten Stopps. Und ein bisschen auch die Tatsache, dass ich genervt war, von der ewigen Suche nach der Wolkenlücke auf dem Regenradar bei der Auswahl des nächsten Ziels.

    Reiten wir also im Eselstrab zügig, aber nicht übereilt, durch die Aufzeichnungen meines Tagebuchs und werten gemeinsam aus, was da noch so war…

    Lac du Der

    Auf dem Weg weiter nach Norden, zu einem Camping, von dem ich euch gleich auch definitiv noch zu berichten haben werde, machen wir bei herrlicher Sonne einen ausflugsartigen Zwischenstopp an einem der vielen Seen, die Frankreich hier, in seiner Mitte (naja, da haben die ja viel von, aber hier ist auf jeden Fall auch eine) bereithält.

    Als wir uns an der Karte langsam ran zoomen, an den Lac, stellt sich bald heraus, dass das hier keine entspannte Spazierrunde um den See werden könnte. Wer deutsche Zoomverhältnise gewöhnt ist, vermutet das beim Blick auf die Karte vielleicht. Im Größenvergleich zu Frankreichs Mitte ist das hier ein normalgroßer See. Im Vergleich zur Hunderunde allerdings sind es mehrere Tagesritte.

    Also lassen wir uns von kommot einen machbaren Ausflug planen, finden bald heraus, dass das hier Frankreichs größter Stausee zu sein scheint, besuchen die beim Stauseebau errichtete Kirche und staunen über das Kirchenfenster, das in Gedenken an die im See versenkten Dörfer eine Giraffe ziert, die am Seegrund im ehemaligen stehend ihren Kopf im Gegensatz zu allen anderen noch aus dem Wasser zu recken in der Lage ist.

    Wir peilen Pommes an, müssen dazu über eine (wie ich, wieder vollends von meinen Fußgängerbrücken Erfahrungsgrößen ausgedribbelt die Seegröße verkennend) für eher kurz gehalten hatte, die sich aber dann als Metallgitterkonstruktion erweist, auf die verständlicherweise der Hund nicht eine Pfote zu setzen bereit ist. Der Hund natürlich, der bei der Giraffenkirche noch seine untere Hälfte in den See getunkt hatte. Bei der 10minütigen Brückenquerung kühlt also nun Ivos feuchte Plauze meine bislang trockene. Aber was tut man nicht alles für seinen kleinen Hausmeister…

    Auf dem Rückweg nah der feine Herr Fifi dann auf meiner rechten Schulter platz, was mir ein bisschen erleichterte Trageverhältnisse und ihm die Option verschaffte, sich mit seinem linken Hinterbein auf meinem Rücken festzukrallen.

    Camping Le Colombier

    Auf dem Weg zum Campingplatz fuhren wir dann durch eine Landschaft, die sehr an die Eifel erinnert, allerdings mit dem Unterschied, dass das Fachwerk hellbraun ist, die urigen Straßendörfchen winzig sind und jede Milchkanne hier ein eigenes kleines Rathaus hat.

    Irgendwann wird die Landschaft weiter, wir passieren einen enormen Militärstandort und parken ein paar Kilometer weiter den Brummi an der Einfahrt einer keinen Festung, die offenbar unser Campingplatz sein soll. Hinter den Mauern verschwindet Glo zu einem etwa 20minütigen Eincheckvorgang, bei dem ihr der Platz, die Schlappenpflicht im Sanitär, die Sehenswürdigkeiten der Gegend und alles darüber hinaus erläutert werden. Dann suchen wir zu Fuß einen Platz aus, finden einen ohne Nachbarn im Halbschatten und die Masse Schranke öffnet sich. Wenn alle Campingplatzbetreiber sich nur halb so viel Mühe gäben wie dieser hier, wäre die Welt eine deutlich bessere.

    Auch hier haben wir uns in Sachen See verschätzt, was die Entfernung zum Ufer und die Größe des Gewässers betrifft, aber immerhin schaffen wir es an zweiten Tag unter die Bäume am Ufer, um dort mehreren Jetskifahrern zu lauschen, die die eh viel zu herrliche Ruhe mit ihren monströsen Maschinen zum Glück ein bisschen unterbrechen. Wir spielen ein paar Runden Quixx auf einer Picknickbank und schaffen es angemessen hungrig an den heimischen Grill zurück. Ich will nicht sagen, wir seien primitive Esserinnen, aber Bratkartoffeln mit Bratwurststücken und Baguette mit Humus tragen uns recht verlässlich durch diese Reise.

    Um die kulinarische Erfahrung vollends abzurunden entscheide ich mich für ein Twister Eis aus dem Campingshop und packe zufrieden am Abend die Küche und die Sitzgelegenheiten wieder ins Auto. Morgen geht es weiter. Über Nacht soll es Regnen. Die Regeln des Urlaubs gelten für alle Stationen…

    Calais

    Das Regenradar verspricht für die kommenden Tage nur für wenige Abschnitte der Küste ein wenig Hoffnung auf Sonne. Also gurken wir schon wieder einige hundert Kilometer nach Norden. Die Eifeligkeit der Landschaft nimmt langsam ab, bis wir irgendwann in Calais auf einen Platz fahren, der mit dem letzten bis auf den Zweck des Übernachten wenig gemeinsam hat. Die Frau am Empfang hat keine Lust auf irgendeine Art von Erklärung. Der Flyer mahnt, dass „Abflüge“ bis maximal 12 Uhr zu erfolgen haben und auch sonst ist das hier alles eher ein nett parzellierter Parkplatz mit okayem Sanitär.

    Hinter dem Zaun und einem kleinen Wohngebiet stehen wir dann plötzlich am Meer. Nach London wäre es jetzt näher als nach Hause. Leider haben wir gerade weder Kahn noch Reisepass, also entscheiden wir uns, den Urlaub hier zwei Tage ausklingen zu lassen und dann scharf nach Osten abzubiegen.

    Calais hält, was eine Gebrauchs-Stadt verspricht. Alles hier dient dazu, dass Menschen auf Fähren oder in Tunneln auf eine Insel kommen. Der Stadtkern hat weitestgehend keine Lust auf Kundschaft und schließt seine Geschäfte, wenn Menschen dort etwas zu kaufen drohen. Die meisten Cafés und Restaurants fallen deshalb aus. Mit Ach und Krach gelingt es uns, einen Magneten in der Touristeninfo zu kaufen. Der anschließende Cappuccino erweist sich als lauwarmer Milchkaffee mit Sprühsahne. Immerhin gibt diese „Stadt“ ein stimmiges Bild ab. Als wir uns im Einkaufscenter vor dem Regen verkriechen wollen stellt sich raus, dass der Hund nicht mit rein darf. Dass er daraufhin seinen Mageninhalt vor den Haupteingang ausleert, finde ich übertrieben. Aber muss er selbst wissen. Glo sucht in dem Center dann eine Toilette, findet aber nur einen Viererzug Nationalgardisten in urbanem Flecktarn an den Schaufenstern entlang Streife gehen, dass es jedem Taschendieb Angst und Bange wird. Der Jüngste in der Runde sieht ernsthaft aus, als sei er noch gar nicht volljährig und müsste in Helm und Sturmgewehr erst noch reinwachsen. Aber die anderen drei haben ausreichend trainiert, um den kleinen sicher wieder nach Hause zu tragen.

    Pudelnass kommen wir am frühen Abend zum Auto zurück und müssen die seltsamen Eindrücke erstmal verarbeiten.

    Am nächsten Tag also geht es nach Hause, obwohl noch ein paar Urlaubstage übrig sind. Aber meine Laune hat einen Wasserschaden und ich bin ganz dankbar, dass Glo damit leben kann, die nächsten Tage bei mir in der Heimat zu verbringen, wo wir aus einer festen Unterkunft mit trocken erreichbarem Klo heraus noch einen Ausflug ins Centro planen, ein Krimispiel lösen und einfach ein bisschen sitzen.

  • #Harz2024 – Das ist kein See

    #Harz2024 – Das ist kein See

    Das ist kein See, das ist ein Teich. Beim Blick auf die Karte muss ich Thom Recht geben. Es ist der Hausherzberger Teich. Der obere, um genau zu sein. Seit Urlaubstag ein steht „Badesee“ auf meiner To-Do- Liste. Heute hake ich das ab, und wenn ich es allein tun muss. Keine Ahnung, ob der Mann, dessen Heimat zu 97% aus Seen besteht, sich mit so einem billigen Teich zufriedengibt.

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  • Wildes Wetter und Walbenachrichtigung

    Wildes Wetter und Walbenachrichtigung

    So richtig alleine unterwegs über mehrere Etappen war ich noch nie. Das ändert sich genau an diesem Wochenende. Und es fällt mir leichter als ich erwartet hätte.

    Nur mit einiger Mühe konnte ich dieses lange Wochenende komplett frei machen, Umso größer ist die Freude, als die Taschen auf dem Motorrad endlich gepackt und die Koffer geschlossen sind. Die Route verspricht weniger Spannung als die Termine. Und das Wetter weniger Freude als ich mir erhofft hätte. Dennoch stimmt die Laune. Die Regenklamotten sind vom Stiefel bis zum Kragen zugezogen und absagen kann ich das alles jetzt so oder so nicht mehr.

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  • …und überall Gewässer 5c – Abreise (fast)

    …und überall Gewässer 5c – Abreise (fast)

    Als ich an diesem Morgen wach werde hat die Sonne das Dachbett des Brummis schon so sehr aufgeheizt, dass ich hektisch den Schlafsack abstreife und die Reißverschlüsse des Stoffbalgs öffne. Dass die Temperatur schlagartig sinkt führt dazu, dass ich mich nun sehr schwer zum Aufstehen aufraffen kann. Hier oben, im Dachbett, ist die Welt noch in Ordnung. Ich muss nichts tun, nichts auf- oder wegräumen, mich nicht mit kniffelnden Nachbarn, schmutzigem Geschirr von gestern oder der Reiseplanung beschäftigen. Ich kann einfach hier liegen und den Bäumen neben dem Bulli dabei zusehen, wie sie dem böigen Wind die ersten Blätter mitgeben, oder die Drossel beobachten, die zwischen den Blättern im Boden nach Würmern wühlt. 

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  • …und überall Gewässer 5b – SN again

    …und überall Gewässer 5b – SN again

    Eigentlich müsste ich Camping doof finden. Klar, es ist draußen, es gibt immer fadenscheinige Gründe jede Menge mehr oder weniger sinnvolle Technik zu kaufen, es ergeben sich, wenn man will, jeden Tag neue Gassi- Routen und man kann sich auf das Nötigste beschränken. Kein Chichi, nur der Gaskocher, ein Spiegelei, ein Graubrot und ich.

    Aber dann sind da auch diese vielen Unbekannten, die die Camping- Rechnung zu einer Herausforderung machen für einen Drinnie wie mich, der sich gern in seine Höhle zurückzieht und von fremden Menschen weder belästigt werden noch deren Betriebsabläufe stören möchte. 

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